Ehemalige Militär-Flugplätze der Republik

Ehemalige Militärflugplätze in Deutschland zählen zu den eindrucksvollsten Lost Places des Landes. Einst streng bewachte Fliegerhorste des Dritten Reiches oder der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR, sind viele dieser Anlagen heute dem Verfall preisgegeben. Zwischen überwucherten Start- und Landebahnen, verfallenen Hangars, Bunkern und Kasernen wird Geschichte auf eindrucksvolle Weise sichtbar. Wo einst Militärmaschinen abhoben und Soldaten ihren Dienst verrichteten, breitet sich heute die Natur aus und verwandelt die einstigen Sperrgebiete in faszinierende Orte des Vergessens.

In diesem Artikel präsentiert rottenplaces.de verlassene Militärflugplätze und ehemalige Fliegerhorste aus ganz Deutschland. Die Bilder dokumentieren den Wandel dieser historischen Anlagen und zeigen, wie sich die Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Kalten Krieges über Jahrzehnte verändert haben. Ob ehemalige Luftwaffenstützpunkte, NVA-Flugplätze oder längst aufgegebene Militärbasen – jede Anlage erzählt ihre eigene Geschichte und eröffnet einen seltenen Blick auf ein bedeutendes Kapitel deutscher Militär- und Zeitgeschichte.

Flughafen Leipzig-Mockau

Foto: Ingbife/CC BY-SA 3.0
Foto: Ingbife/CC BY-SA 3.0

Heute erinnern nur noch verfallene Gebäude an eine Zeit, in der Leipzig zu den bedeutendsten Luftfahrtstandorten Deutschlands gehörte. Der Flughafen Leipzig-Mockau war einst Heimat der größten Luftschiffhalle der Welt, Schauplatz königlicher Besuche, wichtiger Messelinien und später ein bedeutender Standort der deutschen Luftfahrtindustrie. Über Jahrzehnte prägte das Gelände die Entwicklung der Stadt – bis es schließlich von Industrieanlagen und dem Messegelände verdrängt wurde.

Fliegerhorst Brandis-Waldpolenz

Wo heute Solarmodule Strom erzeugen und verlassene Hangars an vergangene Zeiten erinnern, befand sich einst einer der bedeutendsten Militärflugplätze Mitteldeutschlands. Der Flugplatz Brandis bei Leipzig spielte sowohl im Zweiten Weltkrieg als auch während des Kalten Krieges eine strategische Rolle und war über Jahrzehnte Heimat deutscher und später sowjetischer Luftstreitkräfte. Die Geschichte des Areals reicht von geheimen Flugzeugerprobungen über Kampfhubschrauber und Schlachtflugzeuge bis hin zum heutigen Solarpark Waldpolenz.

Fliegerhorst Werl

Mitten auf den Feldern südlich von Werl entstand Mitte der 1930er Jahre innerhalb kürzester Zeit einer der modernsten Fliegerhorste der jungen deutschen Luftwaffe. Was zunächst als geheimes Bauprojekt begann, entwickelte sich rasch zu einem militärischen Großvorhaben, das die Stadt wirtschaftlich veränderte und über Jahrzehnte prägen sollte. Der ehemalige Fliegerhorst Werl wurde zunächst zum Symbol der nationalsozialistischen Aufrüstung, später zum NATO-Standort im Kalten Krieg und schließlich zum heutigen Gewerbe- und Technologiepark KonWerl.

Flugplatz Köthen

Wo heute Solarmodule Strom erzeugen und Sportflieger starten, gehörte einst einer der bedeutendsten Militärflugplätze der Sowjetunion in Ostdeutschland zum Alltag. Der Flugplatz Köthen in Sachsen-Anhalt war über Jahrzehnte ein strategischer Standort des Warschauer Paktes und Ausgangspunkt zahlreicher Überwachungs- und Abfangflüge entlang der NATO-Grenze. Die Geschichte des Areals reicht jedoch deutlich weiter zurück – bis in die Anfänge der deutschen Luftfahrt der 1920er Jahre.

Flugplatz Sperenberg

Mitten in den Wäldern Brandenburgs entstand während des Kalten Krieges einer der wichtigsten Militärflugplätze der sowjetischen Streitkräfte außerhalb der Sowjetunion. Der Flugplatz Sperenberg war über Jahrzehnte Drehkreuz für Truppentransporte, Versorgungseinsätze und Verbindungsflüge zwischen Deutschland und Moskau. Hier starteten und landeten gewaltige Transportmaschinen wie die Iljuschin Il-76, die Antonow An-22 oder die legendäre Antonow An-124.

Reichssportflughafen Rangsdorf

Der Flugplatz Rangsdorf südlich von Berlin gehört zu den geschichtsträchtigsten Luftfahrtstandorten Deutschlands. Was in den 1930er Jahren als prestigeträchtiger Reichssportflughafen für die Olympischen Spiele begann, entwickelte sich im Zweiten Weltkrieg zu einem wichtigen Luftwaffenstandort und blieb anschließend fast fünf Jahrzehnte lang eine militärische Einrichtung der Sowjetarmee. Heute steht ein Großteil der historischen Gebäude unter Denkmalschutz.

Militärflugplatz Eschborn

Mitten zwischen Eschborn und Schwalbach am Taunus, unweit der heutigen Waldparklandschaft Arboretum, liegt ein weitgehend vergessenes Kapitel deutscher Luftfahrtgeschichte. Der ehemalige Militärflugplatz Frankfurt-Sossenheim, der während seiner militärischen Nutzung den Tarnnamen „Schafweide“ trug und heute häufig als Militärflugplatz Eschborn bezeichnet wird, entstand in den 1930er Jahren im Zuge der Aufrüstung des Deutschen Reiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten ihn die US-Streitkräfte, bevor das Gelände schließlich unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Flugplatz Allstedt

Mitten im Ziegelrodaer Forst entstand im Jahr 1956 der Flugplatz Allstedt als bedeutender Militärstandort der sowjetischen Streitkräfte. Über Jahrzehnte diente das Gelände den Fliegerkräften der Westgruppe der sowjetischen Armee und spielte während des Kalten Krieges eine wichtige Rolle in der militärischen Infrastruktur der DDR.

Flugplatz Falkenberg-Lönnewitz

Der heutige Sonderlandeplatz Lönnewitz bei Falkenberg/Elster zählt zu den geschichtsträchtigsten ehemaligen Militärflugplätzen Brandenburgs. Seine Ursprünge reichen bis in die 1920er Jahre zurück, als das Gelände zunächst zivil genutzt wurde. Mit der Aufrüstung der Wehrmacht wurde der Flugplatz Mitte der 1930er Jahre zu einem bedeutenden Fliegerhorst der Luftwaffe ausgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Standort über Jahrzehnte zu einem wichtigen Stützpunkt der sowjetischen Luftstreitkräfte, bevor er schließlich einer zivilen Nutzung zugeführt wurde.

Flugplatz Großenhain

Der Flugplatz Großenhain zählt zu den ältesten noch aktiven Flugplätzen Deutschlands und blickt auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück. Seit mehr als 110 Jahren ist das Gelände nördlich der sächsischen Stadt eng mit der Entwicklung der deutschen und europäischen Luftfahrt verbunden. Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Luftwaffe, Kalter Krieg und zivile Luftfahrt – kaum ein anderer Flugplatz in Deutschland vereint so viele Epochen der Luftfahrtgeschichte an einem Ort. Doch trotz seiner historischen Bedeutung könnte die Ära des Flugbetriebs bald enden.

Flugplatz Neuhardenberg (Marxwalde)

Der heutige Flughafen Neuhardenberg im Landkreis Märkisch-Oderland zählt zu den bedeutendsten ehemaligen Militärflugplätzen Ostdeutschlands. Seine Geschichte beginnt bereits im Jahr 1934, als unter strenger Geheimhaltung der Bau des Flugplatzes begann. Im Laufe der Jahrzehnte diente das Gelände sowohl der Wehrmacht als auch der Roten Armee, der Nationalen Volksarmee (NVA) und später der Bundeswehr. Heute hat sich der ehemalige Militärstandort zu einem modernen Flughafen- und Gewerbezentrum entwickelt.

Flugplatz Werneuchen

Der heutige Flugplatz Werneuchen östlich von Berlin blickt auf eine fast 90-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich als Ausbildungsflugplatz der Luftwaffe errichtet, entwickelte sich der Standort während des Zweiten Weltkriegs zu einer wichtigen Einsatzbasis der Wehrmacht. Nach Kriegsende übernahm die Sowjetarmee das Gelände und baute es zu einem der wichtigsten Frontbomber- und später Aufklärungsflugplätze der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland aus.

Flugplatz Brand-Briesen

Nur rund 60 Kilometer südlich von Berlin liegt der ehemalige Flugplatz Brand-Briesen – ein Ort, der in den vergangenen Jahrzehnten mehrere grundlegende Wandlungen erlebt hat. Was 1938 als Fliegerhorst der Wehrmacht begann und später zu einer der wichtigsten Frontbomberbasen der sowjetischen Streitkräfte in der DDR wurde, ist heute vor allem als Standort des Freizeitresorts Tropical Islands bekannt.

Flugplatz Schönwalde

Der ehemalige Flugplatz Schönwalde im Havelland gehört zu den historischen Militärstandorten im Berliner Umland, deren Geschichte eng mit der Aufrüstung des Deutschen Reiches, dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg verbunden ist. Zwischen Schönwalde-Glien und Hennigsdorf gelegen, entwickelte sich der Standort von einer Flugschule der Luftwaffe über einen sowjetischen Militärflugplatz bis hin zu einer Kaserne der sowjetischen Streitkräfte. Heute erinnert nur noch wenig an die einstige militärische Bedeutung des Geländes.

Flugplatz Alt Daber

Der ehemalige Flugplatz Alt Daber bei Wittstock/Dosse zählt zu den geschichtsträchtigsten Militärstandorten Brandenburgs. Seine Wurzeln reichen bis in die 1930er Jahre zurück, als das Gelände zunächst als Segelflugplatz genutzt wurde. Wenige Jahre später entwickelte sich der damalige Fliegerhorst Wittstock zu einem wichtigen Ausbildungszentrum der deutschen Luftwaffe. Zwischen 1938 und 1940 entstand hier eine umfangreiche Fallschirmjägerschule.

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