Flugplatz Allstedt

Mitten im Ziegelrodaer Forst entstand im Jahr 1956 der Flugplatz Allstedt als bedeutender Militärstandort der sowjetischen Streitkräfte. Über Jahrzehnte diente das Gelände den Fliegerkräften der Westgruppe der sowjetischen Armee und spielte während des Kalten Krieges eine wichtige Rolle in der militärischen Infrastruktur der DDR.

Zur Sicherung und Stationierung der Flugzeuge wurden insgesamt 47 Flugzeugschutzbauten (Shelter) entlang der Start- und Landebahn sowie der Rollwege errichtet. Ergänzt wurde die Anlage durch rund 60 Stellplätze für Transport- und Kampfhubschrauber. Neben den militärischen Einrichtungen entstanden Kasernen, Wohnhäuser für Offiziere, eine Schule für deren Familien sowie zahlreiche Mannschafts- und Munitionsbunker.

Verschiedene Kampfflugzeuge und Hubschrauber in Allstedt stationiert

Im Laufe der Jahrzehnte waren auf dem Flugplatz zahlreiche Flugzeugtypen stationiert. In den Anfangsjahren gehörten MiG-19- und MiG-21-Jagdflugzeuge zur Ausstattung des Standorts. Später wurde der Flugplatz vor allem für Aufklärungsverbände genutzt. Hier kamen unter anderem MiG-17, MiG-21R, Iljuschin IL-28R sowie Jak-27, Jak-28 und Su-17 zum Einsatz. Ab den 1970er Jahren nutzten außerdem verschiedene Hubschrauberverbände den Standort. Dazu zählten die Typen Mi-2, Mi-8 und der Kampfhubschrauber Mi-24. Um den militärischen Anforderungen gerecht zu werden, wurde die Start- und Landebahn in dieser Zeit zusätzlich um rund 300 Meter verlängert.

Nach dem Abzug der Sowjetarmee begann die zivile Nutzung

Mit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte im Jahr 1992 endete die militärische Nutzung des Flugplatzes. Das Gelände ging anschließend in den Besitz des Landes Sachsen-Anhalt über. Bereits 1995 wurde der ehemalige Militärflugplatz offiziell für den zivilen Luftverkehr freigegeben. Heute trägt der Standort den Namen „Flugplatz Allstedter Heide“ und hat sich zu einem vielseitig genutzten Sonderlandeplatz entwickelt.

Flugplatz Allstedt heute: Ausbildung, Kunstflug und Veranstaltungen

Der Flugplatz ist heute als Sonderlandeplatz zugelassen und kann von Flugzeugen mit einem maximalen Abfluggewicht von bis zu 5.700 Kilogramm genutzt werden. Linien- oder Charterverkehr findet hier jedoch nicht statt. Stattdessen wird das Gelände intensiv für die Pilotenausbildung genutzt. Unter anderem bildet die Ostdeutsche Drachen- und Ultraleichtschule hier Nachwuchspiloten aus. Darüber hinaus dient der Flugplatz als Trainingsstandort der deutschen Kunstflug-Nationalmannschaft. Mit rund 8.000 Flugbewegungen pro Jahr und 29 dauerhaft stationierten Flugzeugen zählt der Flugplatz zu den etablierten Luftsportstandorten in Sachsen-Anhalt.

Beliebter Treffpunkt für Autofans und Festivalbesucher

Neben dem Flugbetrieb hat sich der Flugplatz Allstedt längst als Veranstaltungsort einen Namen gemacht. Jedes Jahr locken verschiedene Automobiltreffen zahlreiche Besucher auf das Gelände. Besonders beliebt sind Treffen für Opel-, Renault-19- und Ford-Escort-Fahrzeuge. Ein weiterer Publikumsmagnet ist das markenoffene Tuningevent „Meet for Speed“, das regelmäßig im Juli stattfindet. Darüber hinaus war der Flugplatz im Jahr 2015 erstmals Austragungsort des christlichen Musik- und Kulturfestivals Freakstock.

Vom Militärflugplatz zum vielseitigen Freizeitstandort

Der Flugplatz Allstedt hat in den vergangenen Jahrzehnten einen bemerkenswerten Wandel vollzogen. Einst ein streng abgeschirmter Militärstützpunkt der sowjetischen Luftstreitkräfte, präsentiert sich das Gelände heute als moderner Sonderlandeplatz mit Luftsport, Pilotenausbildung und einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm. Damit verbindet der Standort seine geschichtliche Bedeutung mit einer erfolgreichen zivilen Nutzung und bleibt ein wichtiger Anziehungspunkt in der Region.

Hinweis

Aufgrund der Anzahl der Gebäude und deren positive und/oder negative Veränderungen der Bausubstanz im Laufe der Zeit, stellen einzelne Abbildungen (häufig) nicht den derzeitigen Zustand dar. Die Reihenfolge der Bilder ist keine Zeitreihenfolge.

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