Flugplatz Falkenberg-Lönnewitz

Wo einst Düsenjäger rollten und Bomber starteten, drehen sich heute Photovoltaikmodule zur Sonne: Der Flugplatz Falkenberg-Lönnewitz (ICAO: EDUF), gelegen nahe Falkenberg/Elster, steht exemplarisch für den Wandel vieler ostdeutscher Militärareale – vom geheimen Luftwaffenstützpunkt zum Ort ziviler Nutzung.

Aufstieg zum Fliegerhorst der Wehrmacht

Bereits in den 1920er Jahren für den zivilen Flugverkehr genutzt, wurde das Gelände ab Mitte der 1930er Jahre systematisch zur militärischen Ausbildungsstätte der Luftwaffe ausgebaut. Am 1. Oktober 1936 übernahm eine Fliegerhorstkommandantur den Platz. Bald standen sechs große Hangars, Werkstätten und Kasernen bereit. Hauptsächlich wurden Piloten auf zweimotorigen Maschinen ausgebildet, vereinzelt auch Flugzeuge der Firma Arado montiert.

Ein dunkles Kapitel: In einem umzäunten Lager der Organisation Todt mussten Strafgefangene unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit leisten.

Ab Juni 1944 wurde der Fliegerhorst zur Einsatzbasis – unter anderem für das Kampfgeschwader 76, das mit dem damals hochmodernen Düsenbomber Arado Ar 234 ausgerüstet war. Kurz vor Kriegsende hob von hier aus sogar die vierstrahlige Weiterentwicklung Ar 234 C-3 ab – ein technologischer Meilenstein der Luftwaffe.

Sowjetische Jahrzehnte und Ausbau zur Militärbasis

Am 24. April 1945 übernahm die Rote Armee das weitgehend unversehrte Areal. Es folgte fast ein halbes Jahrhundert militärischer Nutzung durch sowjetische Streitkräfte, die hier Jagd-, Schlacht- und sogar Bomberflieger stationierten. Auch Einheiten aus Polen, der ČSSR und der DDR nutzten das Gelände.

Der Platz wurde kontinuierlich ausgebaut: neue Startbahnen, Flugzeugbunker, Radar- und Kommandogebäude entstanden. Die Landebahn wuchs bis 1986 auf stolze 3000 Meter – ausgelegt auch für schwere Langstreckenbomber wie die Tupolew Tu-22M.

Erst die politischen Umbrüche 1989/90 stoppten die Erweiterungen. Im Juni 1993 verließen die letzten russischen Soldaten den Flugplatz, und das Gelände wurde den deutschen Behörden übergeben.

Zivile Transformation und nachhaltige Zukunft

Ein Umbau zur Bundeswehrbasis kam nicht zustande. Stattdessen entwickelte sich ab Mitte der 1990er Jahre das Gewerbe- und Industriegebiet Lönnewitz. Die ausgedehnten Flugbetriebsflächen wurden rückgebaut, die Startbahn stark verkürzt.

Seit 1998 nutzt der Fliegerclub Falkenberg e. V. das Gelände für den zivilen Luftsport. Der Platz erhielt 2000 offiziell den Status eines Sonderlandeplatzes. Besonders zukunftsweisend: Im Jahr 2011 wurde auf dem Areal der Solarpark Lönnewitz in Betrieb genommen – ein symbolischer Kontrast zur militärischen Vergangenheit des Standorts.

Heute zeugt der Flugplatz Falkenberg-Lönnewitz von fast 90 Jahren Luftfahrtgeschichte – und einem bemerkenswerten Wandel von Krieg zu Klimaschutz.

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