Wo einst Militärflugzeuge starteten und landeten, rauschen heute Palmen im künstlichen Tropenparadies. Der Freizeitpark Tropical Islands südlich von Berlin zählt zu den spektakulärsten Umnutzungsprojekten Deutschlands. Die Geschichte hinter der größten freitragenden Halle der Welt ist ebenso imposant wie wechselhaft – vom Nazi-Fliegerhorst über einen sowjetischen Militärflughafen bis zum internationalen Tourismusziel.

Die Anfänge reichen zurück ins Jahr 1938, als in Brand bei Halbe ein Fliegerhorst für die deutsche Luftwaffe errichtet wurde. In den folgenden Jahren wurde der Standort zur Ausbildung von Piloten genutzt, ohne dass dort dauerhaft fliegende Einheiten stationiert waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen sowjetische Streitkräfte den Flugplatz. Zwischen 1950 und 1990 bauten sie die Anlage massiv aus – mit zwei Start- und Landebahnen, Munitionsbunkern und einem eigenen Atomwaffenlager.
Nach dem Abzug der Sowjets 1990 ging das Gelände an deutsche Behörden über. Im Jahr 1998 erwarb die Cargolifter AG das Areal. Ziel war es, riesige Lastenluftschiffe zu entwickeln – dafür entstand bis 2000 eine gigantische Halle: 360 Meter lang, 210 Meter breit und 107 Meter hoch. Doch das ambitionierte Projekt scheiterte. 2002 musste Cargolifter Insolvenz anmelden.



Die Halle stand vor dem Aus – bis ein Investor aus Malaysia 2003 das Bauwerk kaufte. Die Unternehmensgruppe Tanjong entwickelte daraus einen tropischen Freizeitpark. Bereits im Dezember 2004 eröffnete Tropical Islands mit künstlichem Regenwald, Lagune, Südsee und Sandstrand – unter dem größten Indoor-Dach der Welt.


Seitdem wurde kontinuierlich ausgebaut: ein riesiger Kinderbereich, ein Wellnessareal, ein Außengelände namens Amazonia sowie Ferienhäuser und ein Campingplatz. Heute bietet Tropical Islands Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 9.000 Gäste. 2019 übernahm das spanische Freizeitunternehmen Parques Reunidos den Betrieb.
Mit über einer Million Besuchern jährlich gehört Tropical Islands zu den beliebtesten Wasserparks Europas. Bis zu 8.200 Menschen können täglich eingelassen werden. Der Freizeitpark ist damit nicht nur ein Touristenmagnet, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Brandenburg – rund 550 Mitarbeiter sind dort fest angestellt.



Was als Fliegerhorst begann, ist heute ein tropisches Urlaubsparadies – mitten im Brandenburger Wald.
