Dassow. Nach dem verheerenden Brand im März 2025 steht Schloss Johannstorf bei Dassow vor einer ungewissen Zukunft – doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Am 2. Juli übergibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen Fördervertrag über 550.000 Euro an Dassows Bürgermeister Sascha Kuhfuß. Die Mittel sollen für die dringend notwendige Beräumung, erste Sicherungsmaßnahmen und ein stabiles Notdach verwendet werden, um das denkmalgeschützte Barockschloss vor weiterem Verfall zu bewahren.
Die Übergabe findet direkt vor dem ausgebrannten Gebäude statt – in Anwesenheit von Vertretern des Landkreises Nordwestmecklenburg, der Denkmalpflege und des beauftragten Ingenieurbüros. Ziel ist es, das einst prachtvolle Schloss bis zum Herbst „winterfest“ zu machen.
DSD ruft zu Spenden auf: „Jede Hilfe zählt“
DSD-Vorstand Dr. Steffen Skudelny richtete einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit: „Ohne breite Unterstützung aus der Bevölkerung ist das Schloss nicht zu retten.“ Die DSD, die sich ausschließlich aus Spenden finanziert, bittet deshalb Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe, um das einstige barocke Juwel zu erhalten.
Denkmal von nationalem Rang
Schloss Johannstorf, errichtet zwischen 1740 und 1743 nach Plänen von Hofbaumeister Rudolph Matthias Dallin, zählt zu den bedeutendsten Barockbauten Mecklenburgs. Der zweigeschossige Backsteinbau mit Mansarddach, markanter Mittelachse und einzigartigen Kolossalpilastern ist eines der letzten erhaltenen Wasserschlösser des Landes. Die Insellage, der Wassergraben und das historische Parkensemble machen das Anwesen zu einem Gesamtkunstwerk von hoher kulturhistorischer Bedeutung.
Seit 1992 war das Schloss in Privatbesitz, bevor es wieder in den Besitz der Gemeinde überging. Bekannt wurde Johannstorf auch als Drehort des preisgekrönten Films „Das weiße Band“ im Jahr 2008.
Derzeit ist das Gebäude aufgrund der massiven Brandschäden nicht begehbar. Erst nach der Beräumung durch einen Kran können Gutachter den genauen Zustand einschätzen. Die größte Gefahr droht momentan durch Witterungseinflüsse und möglichen Vandalismus.
