Bad Feilnbach. In Bad Feilnbach beginnt die Gesamtsanierung eines außergewöhnlichen Baudenkmals. Das ehemalige Baderanwesen hat jahrzehntelang leer gestanden und soll nun wieder bewohnt werden. Geplant ist ein Wohnhaus für eine junge Familie, ergänzt durch eine kleine Einliegerwohnung im früheren Heuboden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Sanierung mit 60.000 Euro.
Geschichte steckt in jedem Detail
Die Geschichte des Hauses reicht mindestens bis um 1720 zurück. 1759 wurde der zweigeschossige Massivbau als Kramerladen genutzt. Nach einem Umbau des Wohnteils im Jahr 1811 erhielt das Gebäude zahlreiche Putz- und Stuckelemente. Wenige Jahre später kam das Baderhandwerk ins Haus – eine Tradition, die bis 1926 Bestand hatte. Über Generationen wurde das Anwesen damit von Heilberuflern genutzt.
Vom Baderhaus zum Denkmal
Besonders bemerkenswert sind die erhaltenen historischen Details. Dazu gehören geschnitzte Türstöcke mit versteckten Bezügen zur Heilkunde, dekorative Bleiverglasungen, eine neugotische Hausmadonna und verschiedene bauliche Spuren früherer Nutzungen. Auch im ehemaligen Wirtschaftsteil haben sich ungewöhnliche Befunde erhalten, deren ursprüngliche Funktion heute teilweise nur noch vermutet werden kann.
Kein Museum, sondern ein Zuhause
Die geplante Sanierung zeigt, wie Denkmalschutz funktionieren kann, wenn historische Substanz und heutige Anforderungen zusammengebracht werden. Das Baderanwesen wird nicht zum eingefrorenen Museumsstück, sondern erhält eine zeitgemäße Nutzung. Nach Jahren des Leerstands kehrt damit wieder Leben in ein Haus zurück, dessen Geschichte selbst eng mit dem Leben und der Versorgung der Menschen vor Ort verbunden ist.
