Zwei Schornsteine in Dörentrup gesprengt

Foto: YouTube
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Dörentrup. Ein Stück Industriegeschichte ist am Samstag in Dörentrup spektakulär zu Ende gegangen: Auf dem Gelände der ehemaligen Sand- und Thonwerke an der Bundesstraße B66 wurden zwei markante Schornsteine kontrolliert gesprengt – doch nicht alles lief nach Plan.

Während der erste Turm wie vorgesehen um Punkt 13 Uhr präzise zu Boden ging, entwickelte sich die Sprengung des zweiten, rund 50 Meter hohen Schornsteins zu einem unerwarteten Nervenspiel. Trotz gezündeter Ladungen blieb das Bauwerk zunächst stehen und sorgte für gespannte Minuten bei Einsatzkräften und Beobachtern. Erst eine zweite Sprengung rund 15 Minuten später brachte schließlich den gewünschten Effekt: Der Turm kippte kontrolliert um und fiel.

Dörentrups Bürgermeister Friso Veldink zeigte sich nach der Aktion erleichtert. Der Zwischenfall habe zwar kurzzeitig für Überraschung gesorgt, letztlich sei die Sprengung aber erfolgreich und sicher verlaufen.

Die aufwendige Aktion war im Vorfeld minutiös geplant worden. Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr sicherten das Gebiet weiträumig ab, Zufahrten wurden gesperrt und auch der Verkehr auf der B66 zeitweise umgeleitet. Rund 40 Anwohner mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen. Der genaue Zeitpunkt der Sprengung war bewusst nicht öffentlich bestätigt worden, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

Dennoch ließen es sich etwa 50 Schaulustige nicht nehmen, das Ereignis aus sicherer Entfernung zu verfolgen. Bereits Tage zuvor war in sozialen Netzwerken über den möglichen Termin spekuliert worden.

Die beiden Schornsteine hatten über Jahrzehnte das Ortsbild geprägt und galten als Wahrzeichen der industriellen Vergangenheit der Region. Sie gehörten zu den ehemaligen Dörentruper Feuerfestbetrieben, in denen Ton verarbeitet wurde – einst ein bedeutender Wirtschaftszweig vor Ort. Mit der Umstrukturierung des Unternehmens wurden die Türme jedoch überflüssig.

Mit ihrem Abriss verschwindet nun ein sichtbares Relikt dieser Epoche. Für das Gelände sind neue Nutzungen geplant – Details dazu stehen noch aus. Klar ist jedoch: Mit dem Fall der Schornsteine endet ein Kapitel lokaler Industriegeschichte.

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