Zeitz. Am 2. Juli 2025 setzte sich ein technisches Schwergewicht in Bewegung: Mit einer Geschwindigkeit von lediglich sechs Metern pro Minute rollte der Schaufelradbagger 1554 im Tagebau Vereinigtes Schleenhain von seinem bisherigen Einsatzort im südlichen Abbaufeld Schleenhain ins nördlich gelegene Abbaufeld Peres. Der elf Kilometer lange Großgerätetransport war logistisch anspruchsvoll – und symbolträchtig: Er steht für den Wandel der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) hin zu einem modernen Energie- und Industriedienstleister.
Querung der B176 unter besonderem Schutz
Auf seinem Weg überquerte der rund 60 Meter lange, 19 Meter breite und 18 Meter hohe Bagger sogar die Bundesstraße 176. Um die Asphaltdecke vor Schäden durch das 940 Tonnen schwere Gerät zu bewahren, wurde die Fahrbahn zuvor mit einer Kiesschicht gepolstert – und nach der Überfahrt direkt zurückgebaut. Bereits am Vortag hatten zwei Antriebsstationen dieselbe Route genommen, eine Bandmaschine folgte dem Bagger am selben Tag.
Letzter Einsatzort für das 1990 gebaute Gerät
Der Schaufelradbagger 1554, der seit 1990 im Einsatz ist und seither mehrfach modernisiert wurde, bleibt mit seiner Förderleistung von 2.500 Kubikmetern pro Stunde auch am neuen Standort Peres im Dienst der Kohlegewinnung – dort allerdings voraussichtlich zum letzten Mal. Zuvor war er in Schleenhain sowohl für die Gewinnung von Kohle als auch von Abraum im Einsatz.
Windkraft trifft Kohle: Symbolischer Übergang
Besonders bemerkenswert: Auf seinem Weg passierte der Bagger den im Bau befindlichen Windpark Breunsdorf. Mit einer geplanten Leistung von 93 Megawatt wird er einer der größten Windparks im Freistaat Sachsen sein. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 vorgesehen – ein sichtbares Zeichen für den Strukturwandel in der Region und die strategische Neuausrichtung der MIBRAG.
