Sulzbach-Rosenberg. Ein Stück Industriegeschichte geht zu Ende: Nach mehr als 150 Jahren ist das Rohrwerk Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg endgültig geschlossen worden. Am 1. September 2025 bestätigte Insolvenzverwalter Jochen Zaremba das Aus des traditionsreichen Stahlstandorts. Rund 300 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz – ein tiefer Einschnitt für die gesamte Region.
Die Maxhütte war über Generationen ein Symbol der bayerischen Stahlverarbeitung. Schon 2002 gelang es, nach der Stilllegung der Stahlproduktion den Betrieb durch Abtrennung des Rohrwerks zu retten. Doch die jüngsten Entwicklungen ließen keine Rettung mehr zu. Nach einer ersten Insolvenz 2022 übernahm die britische Mertex-Gruppe das Werk, bevor 2024 erneut Insolvenz angemeldet wurde. Unausgelastete Kapazitäten und der Verlust eines Großkunden besiegelten das Schicksal des Unternehmens.
Ein weiteres Problem: Das insolvente Unternehmen war nicht Eigentümer von Gelände und Produktionsanlagen. Diese komplizierten Besitzverhältnisse schreckten mögliche Investoren ab. Auch die bayerische Landesregierung, die zeitweise mit 250 Millionen Euro einstieg, konnte den Niedergang nicht aufhalten.
Das Ende der Maxhütte ist mehr als eine regionale Tragödie. Es steht sinnbildlich für die Schwierigkeiten der deutschen Industrie: hohe Energiekosten, wachsende Bürokratie und Unsicherheit durch politische Vorgaben belasten viele Unternehmen. Während im Ausland die Stahlproduktion wächst, verlieren hierzulande Werke an Boden.
Für die Belegschaft und ihre Familien bleibt nach Jahrzehnten der Verbundenheit mit dem Werk die bittere Erkenntnis: Tradition allein reicht nicht, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht stimmen. Mit der Schließung der Maxhütte verliert die Oberpfalz nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch ein Stück ihrer industriellen Identität.
