Vetschau. Die jahrelange Hängepartie um das verwaiste Transtec-Gelände in Vetschau scheint beendet: Ein Investor aus der Logistikbranche hat die Fläche übernommen und will sie zu neuem Leben erwecken. Damit ist die Gefahr gebannt, dass inmitten der Stadt eine unansehnliche Industriebrache zurückbleibt.
Bereits im März 2025 ging das Gelände an Thomas Hansche, Betriebswirt aus der Nähe von Ludwigsfelde und ehemaliger Sprecher des Bundesverbands Logistik und Verkehr. Hansche sieht in dem 5,5 Hektar großen Areal „ein vielfach nutzbares Objekt mit besonderer Geschichte“. Über knapp 150 Jahre wurden dort erst Haushaltsgeräte, später Drehgestelle für Bahnfahrzeuge produziert.
Sein ursprünglicher Plan, das Gelände zu einem reinen Gewerbehof mit großflächiger Solarnutzung auszubauen, ist inzwischen angepasst. Stattdessen will Hansche eine verträgliche Mischnutzung entwickeln – mit Gewerbe, Wohnen und möglicherweise einem kulturellen Anteil. Dauerhafte Lärmbelastungen für die Anwohner sollen vermieden werden. Zwei Großmieter und sieben kleinere Unternehmen haben bereits Interesse signalisiert.
Auch Wohnraum könnte entstehen: Zwei Investoren wollen die marode Berufsschule sowie den benachbarten Backsteinbau in Wohnungen umbauen. Zudem gibt es Überlegungen der Stadt, auf dem Areal ein Kulturzentrum oder ein kleines Transtec-Museum einzurichten.
Bürgermeister Bengt Kanzler begrüßt den Verkauf: „Wir haben endlich einen Partner, der die Stadtentwicklung im Blick hat.“ Begünstigt wird das Projekt durch den Ausbau der Landesstraße 54, die das Areal durchschneidet. Der Landesbetrieb Straßenwesen will die Arbeiten bis Sommer 2026 abschließen – genau der Zeitpunkt, zu dem Hansche den Neustart auf dem Gelände plant.
Damit könnte das ehemalige Herzstück der Vetschauer Industriegeschichte bald wieder zu einem Motor der Stadtentwicklung werden.
