Feuer in ehemaliger Lederwarenfabrik in Lohmar

Lohmar. Stundenlang kämpfte die Feuerwehr am Mittwochnachmittag gegen ein Großfeuer im leerstehenden Kastell Sonneck in Lohmar-Kreuznaaf. Mehrere Brandherde in der Ruine deuten auf Brandstiftung hin.

Gegen 14.05 Uhr wurden die Einsatzkräfte zunächst wegen einer unklaren Rauchentwicklung alarmiert. Schon kurz darauf stand fest: Das Feuer hatte sich im Dachstuhl und in verschiedenen Teilen des maroden Gebäudes ausgebreitet. „Wir müssen von mehreren Brandherden ausgehen, das Feuer hat sich nicht allein ausgebreitet“, erklärte Wehrleiter Peter Völkerath.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig: Nur ein Hydrant stand zur Verfügung, weiteres Löschwasser musste mühsam aus dem Naafbach gepumpt werden. Ein geplatzter Schlauch verzögerte den Einsatz zusätzlich. Enge Zufahrtswege erschwerten den Zugang. Erst mit Unterstützung benachbarter Feuerwehren und einer zweiten Drehleiter gelang es am späten Nachmittag, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten waren vor Ort.

Parallel kam es zu Engpässen bei der Verpflegung der Helfer. Durch vorangegangene Großeinsätze in Troisdorf und Windeck waren die Vorräte des DRK und der Malteser knapp. „Wir mussten improvisieren, um alle Einsatzkräfte zu versorgen“, sagte DRK-Kreisbereitschaftsleiter Jens Koelzer.

Das Kastell Sonneck, einst eine Lederwarenfabrik, steht seit Jahrzehnten leer. Ein Investor hatte dort Luxuswohnungen geplant, die Pläne scheiterten jedoch. Nun ist die Ruine weiter verfallen. Bürgermeisterin Claudia Wieja verschaffte sich vor Ort einen Überblick. Wer aktuell Eigentümer ist, blieb unklar. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen möglicher Brandstiftung aufgenommen.

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