Bonn/Bitburg. Auf dem ehemaligen NATO-Flugplatz in Bitburg beginnt eines der bedeutendsten Altlastenprojekte der Region. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) startet umfangreiche Bodensanierungen, um PFAS-belastete Flächen dauerhaft zu sichern und eine weitere Belastung des Grundwassers zu verhindern. Gleichzeitig schafft die Maßnahme die Grundlage für die langfristige Nachnutzung des ehemaligen Militärstandortes. Mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro sollen die ersten Sicherungsbauwerke bis Ende 2027 fertiggestellt werden.
Millioneninvestition gegen gefährliche PFAS-Belastung
Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen sogenannte PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen). Diese chemischen Stoffe gelten als besonders problematisch, weil sie in der Umwelt kaum abgebaut werden und sich über Jahrzehnte in Böden und Gewässern anreichern können. Auf dem ehemaligen Militärflugplatz sind insbesondere frühere Feuerlöschübungsflächen und militärisch genutzte Bereiche betroffen. Dort besteht die Gefahr, dass belastete Böden Schadstoffe über das Sickerwasser in das Grundwasser abgeben. Genau diesen Eintrag soll die jetzt beginnende Sanierung dauerhaft verhindern.
Zwei große Sicherungsbauwerke entstehen
Im ersten Bauabschnitt errichtet die BImA zwei großflächige Sicherungsbauwerke auf dem Gelände der ehemaligen Sondereinsatzübungsfläche sowie des früheren Feuerlöschübungsplatzes West. Die Bauwerke umfassen Flächen von rund 14.000 beziehungsweise 40.000 Quadratmetern. Mithilfe technischer Abdichtungssysteme sowie einer kontrollierten Erfassung und Reinigung des Sickerwassers soll verhindert werden, dass PFAS aus den belasteten Böden weiter in das Grundwasser gelangen. Die Kosten für diesen ersten Sanierungsabschnitt belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro und werden vollständig von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben getragen.
Sanierung und Standortentwicklung gehen Hand in Hand
Nach Angaben der BImA verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz. Die Altlastensanierung wird unmittelbar mit der künftigen Entwicklung des ehemaligen NATO-Flugplatzes verknüpft. Belastetes Bodenmaterial wird innerhalb des genehmigten Sanierungsbereichs kontrolliert umgelagert und dauerhaft gesichert. Dadurch sollen sowohl Umwelt- und Gewässerschutz als auch eine geordnete Nachnutzung des Geländes ermöglicht werden. Die Verantwortlichen sehen die Sanierung deshalb als entscheidenden Baustein für die Konversion des ehemaligen Militärstandortes.
Jahrelange Vorbereitung für komplexes Umweltprojekt
Dem Baustart gingen umfangreiche Untersuchungen und Genehmigungsverfahren voraus. Fachgutachter analysierten die Belastungsschwerpunkte, die Bodenbeschaffenheit, die Grundwasserverhältnisse sowie mögliche Ausbreitungswege der Schadstoffe. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden die Sanierungskonzepte entwickelt und gemeinsam mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Anschließend folgten die bodenschutzrechtlichen Genehmigungen sowie die planerische, technische und vergaberechtliche Vorbereitung der Bauarbeiten.
Landesbehörden übernehmen Umsetzung
Mit der Durchführung der Sanierungsmaßnahmen wurde das Amt für Bundesbau Rheinland-Pfalz beauftragt. Die europaweite Ausschreibung der Bauleistungen erfolgte über den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz, Niederlassung Trier. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens im Mai 2026 wurden die Bauaufträge vergeben, sodass die Arbeiten nun beginnen können.
Weitere PFAS-Sanierung bereits in Vorbereitung
Die Bodensanierung auf dem ehemaligen Feuerlöschübungsplatz Ost bildet den nächsten Abschnitt des Gesamtprojekts. Der notwendige bodenschutzrechtliche Bescheid liegt inzwischen vor. Damit können nun auch die Planungen für diesen Bereich weiter vorangetrieben werden. Ziel bleibt es, sämtliche bekannten PFAS-Belastungen auf dem ehemaligen Flugplatz schrittweise zu sichern und langfristig Umwelt sowie Grundwasser wirksam zu schützen. Mit dem Start der Bauarbeiten beginnt damit ein langfristig angelegtes Umweltprojekt, das sowohl dem Gewässerschutz als auch der nachhaltigen Entwicklung des ehemaligen Militärgeländes dienen soll.
