Gutshof Öttershausen in Volkach feiert Richtfest

Foto: Foto: Zimmerei Hartmann
Foto: Foto: Zimmerei Hartmann

Volkach. Auf dem historischen Gutshof Öttershausen bei Volkach wird am Mittwoch, 8. Juli 2026, ein bedeutender Baufortschritt gefeiert. Mit dem Richtfest am Winkelbau endet die aufwendige Sanierung des Dachwerks eines der beiden noch erhaltenen Gebäude der ehemaligen Gutshofanlage. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Rettung und Wiederherstellung des denkmalgeschützten Ensembles mit insgesamt 176.000 Euro. Finanziert wird die Förderung durch private Spenden sowie Mittel der Lotterie GlücksSpirale.

Das Richtfest markiert einen wichtigen Meilenstein bei der Sicherung eines außergewöhnlichen Kulturdenkmals, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht.

Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz nehmen am Richtfest teil

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird bei der Feier durch Reinhold Schöpf, Ortskurator für Fränkische Stadtbaumeister, sowie Guido Siebert, Teamleiter Vergabe und Referent für Bayern, vertreten. Gemeinsam mit den am Projekt Beteiligten soll der erfolgreiche Abschluss der Dachsanierung gewürdigt werden. Die Arbeiten am Winkelbau sind Teil eines langfristigen Sanierungskonzepts, mit dem die verbliebenen historischen Gebäude des Gutshofs dauerhaft erhalten werden sollen.

Von der einstigen Vierseitanlage blieben nur zwei Gebäude erhalten

Der Gutshof Öttershausen bestand ursprünglich aus einer weitläufigen Vierseitanlage. Heute sind lediglich der Winkelbau sowie der sogenannte Schüttbau erhalten. In diesem Gebäude wurde früher Getreide gelagert und aufgeschüttet, was ihm seinen Namen gab. Nachdem der Gutshof mehr als 35 Jahre leer gestanden hatte, mussten im Jahr 2011 mehrere stark geschädigte Nebengebäude abgerissen werden. Umso größer ist heute die Bedeutung der verbliebenen Bauwerke, die als wichtige Zeugnisse fränkischer Gutshofarchitektur gelten.

Geschichte reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück

Die Ursprünge des Gutshofs reichen weit zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Anlage bereits im 11. Jahrhundert. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts befindet sich das Anwesen im Besitz der Adelsfamilie von Schönborn, die zu den bedeutendsten Bauherren Frankens zählt. Einen entscheidenden Entwicklungsschritt erlebte der Gutshof im Jahr 1740, als Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn den berühmten Baumeister Balthasar Neumann mit dem Umbau und der Erweiterung der Anlage beauftragte.

Schüttbau gilt als seltenes Werk von Balthasar Neumann

Besonders herausragend ist der zwischen 1745 und 1747 errichtete Schüttbau. Er zählt heute zu den letzten erhaltenen landwirtschaftlichen Gebäuden, die nach Plänen Balthasar Neumanns für die Familie der Grafen von Schönborn entstanden sind. Das Bauwerk beeindruckt durch seine außergewöhnliche Architektur und zahlreiche innovative Konstruktionsmerkmale. Gewölbedecken auf allen Etagen, ein repräsentatives Treppenhaus mit nahezu schlossartigem Charakter sowie für die damalige Zeit moderne statische Lösungen machen den Schüttbau zu einem herausragenden Beispiel barocker Baukunst.

So kamen unter anderem lange Eisenschrauben zur Verstärkung der Dachkonstruktion sowie Zuganker zur Stabilisierung der Gewölbe zum Einsatz – technische Lösungen, die ihrer Zeit weit voraus waren.

Bedeutendes Kulturdenkmal wird für die Zukunft gesichert

Mit der Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erhält eines der wichtigsten historischen Gutshofensembles Frankens eine neue Zukunft. Die abgeschlossene Dachsanierung am Winkelbau ist ein weiterer Schritt, um die wertvolle Bausubstanz dauerhaft zu bewahren und ein außergewöhnliches Zeugnis fränkischer Bau- und Kulturgeschichte langfristig zu sichern.

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