Herne. Mit der Einweihung eines neuen Betriebsgebäudes in Herne investiert die RAG Aktiengesellschaft gezielt in die Zukunft des Nachbergbaus. Der Neubau am ehemaligen Zechenstandort Pluto soll die sichere Grubenwasserhaltung im Ruhrgebiet langfristig gewährleisten und gleichzeitig die zentrale Steuerung sowie die Logistik für eine der wichtigsten Ewigkeitsaufgaben des deutschen Steinkohlenbergbaus verbessern. Das rund zehn Millionen Euro teure Gebäude wurde Ende Juni offiziell eröffnet und gilt als wichtiger Baustein für die dauerhafte Sicherung ehemaliger Bergbaugebiete.
Neue Infrastruktur für den Nachbergbau
Seit dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus gehört die Grubenwasserhaltung zu den zentralen Daueraufgaben der RAG. Sie sorgt dafür, dass das Grubenwasser kontrolliert abgepumpt wird und keine Gefahren für Umwelt, Grundwasser oder bestehende Infrastruktur entstehen. Mit dem neuen Betriebsgebäude am Standort Herne schafft das Unternehmen nun eine moderne Infrastruktur, die das Grubenwassermanagement effizienter und zukunftssicher organisiert. Gemeinsam mit der bereits bestehenden zentralen Leitwarte bildet der Neubau künftig das organisatorische Herzstück der Grubenwasserhaltung im Ruhrgebiet.
Zentrale Steuerung und schnellere Logistik
Ein Schwerpunkt des Gebäudes liegt auf der Optimierung der Logistik. Auf einer Brutto-Grundfläche von rund 1.700 Quadratmetern entstehen großzügige Lagerflächen für insgesamt 50 Grubenwasserpumpen sowie Motoren und wichtige Ersatzteile. Durch die zentrale Lage können benötigte Komponenten künftig deutlich schneller an die verschiedenen Betriebsstandorte transportiert werden. Das verkürzt Reaktionszeiten und erhöht die Betriebssicherheit der Grubenwasserhaltung. Darüber hinaus bietet der Neubau moderne Büroflächen, Besprechungsräume und eine Kaue für rund 40 Beschäftigte. Sämtliche Abläufe werden an einem Standort gebündelt, wodurch interne Prozesse effizienter gestaltet werden können.
Nachhaltiges Bauen mit innovativer Photovoltaik
Auch beim Bau des Gebäudes spielte Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Nach Angaben der RAG kamen ausschließlich recycelte oder wiederverwertbare Baustoffe zum Einsatz. Für die Energieversorgung sorgen großflächige Photovoltaikanlagen auf Dach und Fassade. Insgesamt wurden rund 640 Quadratmeter Solarmodule auf dem Dach sowie weitere 1.100 Quadratmeter an der Außenfassade installiert.
Besonders auffällig ist dabei die Fassadengestaltung: Rund 1.400 Photovoltaik-Module in unterschiedlichen Grautönen erinnern optisch an die historische Steinkohleförderung auf der ehemaligen Zeche Pluto. Damit verbindet das Gebäude die industrielle Vergangenheit des Standorts mit einer nachhaltigen Zukunft.
Symbol des Strukturwandels im Ruhrgebiet
Der ehemalige Zechenstandort Pluto steht heute beispielhaft für den tiefgreifenden Strukturwandel im Ruhrgebiet. Wo früher Steinkohle gefördert wurde, entsteht heute moderne Infrastruktur für den Nachbergbau. Mit dem Neubau unterstreicht die RAG ihr langfristiges Bekenntnis zum Standort Herne und zeigt zugleich, wie ehemalige Industrieflächen erfolgreich für neue Aufgaben genutzt werden können. Das Projekt gilt als weiteres Beispiel für die Transformation des Ruhrgebiets hin zu einer nachhaltigen und digital ausgerichteten Industrieregion.
Bauzeit von knapp zwei Jahren
Die Bauarbeiten für das neue Betriebsgebäude begannen im August 2024 und wurden im Juni 2026 abgeschlossen. Insgesamt investierte die RAG rund zehn Millionen Euro in den Neubau. Mit der Inbetriebnahme verfügt das Unternehmen nun über einen modernen Standort, der sowohl technische Anforderungen als auch Nachhaltigkeitsziele erfüllt und die langfristige Erfüllung der Ewigkeitsaufgabe Grubenwasserhaltung unterstützt.
Grubenwasserhaltung bleibt zentrale Daueraufgabe
Die RAG verantwortet seit 2019 den Nachbergbau in den ehemaligen Steinkohlerevieren des Ruhrgebiets, des Saarlands und in Ibbenbüren. Neben der Grubenwasserhaltung gehören auch die Grundwasserreinigung, Poldermaßnahmen, die Regulierung von Bergschäden sowie die Entwicklung ehemaliger Bergbauflächen zu den Aufgaben des Unternehmens. Mit dem neuen Betriebsgebäude in Herne investiert die RAG nicht nur in moderne Technik und nachhaltige Energieversorgung, sondern stärkt zugleich die langfristige Sicherheit der Bergbauregionen. Der Neubau zeigt eindrucksvoll, wie ehemalige Industriestandorte zu zukunftsfähigen Zentren für Infrastruktur und Umweltmanagement weiterentwickelt werden können.
