Niederrheinkaserne soll Busbetriebshof werden

Foto: rottenplaces Archivfoto
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Mönchengladbach. Jahrzehntelang verfallen, bald Herzstück der regionalen Verkehrswende: Das 9,25 Hektar große Areal der ehemaligen Niederrheinkaserne zwischen Mönchengladbach und Viersen soll nicht länger ein „Lost Place“ bleiben – sondern ein modernes Zentrum für den elektrischen ÖPNV werden. Für rund 285 Millionen Euro will die „NEW mobil und aktiv Mönchengladbach GmbH“ dort einen gemeinsamen Busbetriebshof errichten.

Ziel ist ein zentraler Standort für Verwaltung, Werkstatt, Ladeinfrastruktur und Abstellflächen – ganz auf Elektromobilität ausgerichtet. Die bestehende Flotte, aktuell 230 Busse stark, soll bis 2030 komplett auf E-Antrieb umgestellt sein. Schon jetzt fahren 19 E-Busse, weitere 90 sind bis Ende 2026 geplant. Der Platzbedarf steigt, die alten Betriebshöfe in Mönchengladbach und Viersen stoßen an ihre Grenzen.

Umbau statt Stillstand – mit Perspektive

Die Alternative zum Neubau: ein aufwendiger Umbau des Mönchengladbacher Standorts an der Rheinstraße, der mit rund 320 Millionen Euro sogar teurer wäre und bis 2038 dauern könnte. Die Lösung am Kasernenstandort hingegen soll bis 2030 betriebsbereit sein. Erste Ladepunkte könnten schon ab 2028 in Betrieb gehen.

Die Flächen sind vorhanden: Von den gut neun Hektar sind 7,3 Hektar nutzbar – mehr als beide bisherigen Betriebshöfe zusammen. Der Kaufpreis für das Gelände, das im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) liegt, soll rund 3,5 Millionen Euro betragen. Derzeit laufen die finalen Verhandlungen.

Abbruch, Neubau, Zukunftstechnologie

Das ambitionierte Projekt umfasst mehr als einen reinen Busparkplatz. Geplant sind ein Werkstattzentrum (70 Mio. Euro), ein Verwaltungsgebäude (23 Mio.), Abstellhallen (28 Mio.) und eine eigene Parkgarage. Auch Altlastenentsorgung und Abriss der ruinösen Kasernengebäude (7,3 Mio.) sowie der Ausbau der L116 sind Teil des Pakets.

Darüber hinaus sieht die Planung sogenannte „Innovationsflächen“ vor – zur Erprobung alternativer Antriebe wie Wasserstoff oder zum Aufbau eines Batteriespeichers. Auch die Kapazitäten für eine wachsende Busflotte sind bereits mitgedacht.

Kooperation offen – Projekt alternativlos

Ob sich das Viersener Verkehrsunternehmen offiziell beteiligt, steht noch aus. Eine Absage könnte Anpassungen notwendig machen – aber kein Stopp des Projekts, betont die NEW. Denn eines ist laut dem Unternehmen klar: Ein zentraler Standort mit kurzen Wegen und gebündelter Infrastruktur ist wirtschaftlich und ökologisch alternativlos.

Mit dem Busbetriebshof der Zukunft nimmt die Region eine Vorreiterrolle in Sachen nachhaltiger Mobilität ein – dort, wo einst Soldaten exerzierten, rollen bald lautlos die E-Busse.

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