Herzberg-Fermerswalde. In Herzberg-Fermerswalde soll ein außergewöhnliches Baudenkmal vor dem weiteren Verfall bewahrt werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die statische Sicherung eines historischen Oberlaubenstalls an der Fermerswalder Straße 11 mit 24.000 Euro. Das Gebäude gehört zu einer dreiseitigen Hofanlage und ist eines der wenigen noch erhaltenen Beispiele dieser regionaltypischen Bauform.
Fachwerk mit Oberlaube
Der genaue Entstehungszeitpunkt des Stallspeichers ist nicht überliefert. Aufgrund der historischen Bebauung in seiner Umgebung wird der Bau in die Mitte oder das Ende des 18. Jahrhunderts datiert. Charakteristisch ist die Fachwerkkonstruktion in Stockwerkbauweise mit einem vorgelagerten Laubengang – der sogenannten Oberlaube. Trotz kleinerer Veränderungen ist die ursprüngliche Struktur weitgehend erhalten geblieben.
Erst sichern, dann wieder nutzen
Derzeit ist der Oberlaubenstall ungenutzt und statisch gefährdet. Die anstehende Maßnahme soll zunächst die Standfestigkeit sichern. Dazu werden unter anderem Schäden an der Dacheindeckung geschlossen, die Fassade vor Schlagregen geschützt und eine Notdachrinne sowie Abstützungen angebracht. Ziel ist es, das Gebäude dauerhaft zu sichern und anschließend wieder als Stallspeicher zu nutzen.
Ein seltener Rest der Dorfgeschichte
Der Oberlaubenstall ist mehr als ein altes Wirtschaftsgebäude. Weil zahlreiche vergleichbare Bauten verschwunden sind, dokumentiert er heute eine fast vergessene Form ländlicher Bau- und Wirtschaftsgeschichte in Brandenburg. In Fermerswalde bekommt dieses Stück Dorfgeschichte nun eine neue Chance – nicht als dekorative Kulisse, sondern als erhaltenes Zeugnis einer vergangenen Hofkultur.
