Seltenes Bahnwärterhaus wird für die Zukunft gesichert

Foto: Reno Riehle
Foto: Reno Riehle

Zernin. Ein selten erhaltenes Bahnwärterhaus in Zernin im Landkreis Rostock bekommt eine neue Chance. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt 20.000 Euro für die Sanierung des Dachtragwerks und die Neueindeckung mit historischen Biberschwanzziegeln bereit. Das Gebäude soll künftig als Wochenendwohnung und für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Ziegel unten, Fachwerk oben

Das Gebäude entstand als typisches Bahnwärterwohnhaus für eine Familie. Während das Erdgeschoss in Ziegelbauweise ausgeführt wurde, besteht das Obergeschoss aus Fachwerk. Dieser Bautyp war ab etwa 1890 entlang vieler Bahnstrecken verbreitet. Heute sind im Landkreis Rostock allerdings nur noch sehr wenige vergleichbare Häuser original erhalten. Das Zerniner Gebäude besitzt damit einen besonderen Zeugniswert.

Zeugnis des Eisenbahnerlebens

Das Bahnwärterhaus steht an der bereits 1850 eröffneten Bahnstrecke Bad Kleinen–Rostock. Es erzählt nicht nur Eisenbahngeschichte, sondern auch vom Alltag der Menschen, die Ende des 19. Jahrhunderts für den sicheren Betrieb der Strecke verantwortlich waren. Wohnen und Arbeiten lagen bei den Bahnwärtern unmittelbar nebeneinander – ein heute weitgehend verschwundenes Kapitel der Eisenbahngeschichte.

Dach retten, Geschichte bewahren

Mit der Sanierung des Dachtragwerks wird zunächst die wichtigste Schwachstelle des Gebäudes angegangen. Die neue Dacheindeckung soll anschließend dafür sorgen, dass das historische Bauwerk wieder dauerhaft geschützt ist. Entscheidend ist dabei nicht nur die Substanzsicherung: Durch die geplante Nutzung bekommt das Bahnwärterhaus auch eine Perspektive. Aus einem seltenen Relikt am ehemaligen Bahnalltag soll wieder ein belebter Ort werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert