Neues Quartier für den alten Schlachthof in Halle

Foto: rottenplaces Archivfoto
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Halle (Saale). Nach Jahrzehnten des Verfalls könnte der Schlachthof in Halle bald ein neues Kapitel schreiben. Investor Karl-Heinz Zehentner aus Weimar präsentierte am Donnerstag in Mücheln am Geiseltalsee seine Pläne für die Industriebrache: Statt eines Einkaufspalastes soll dort nun ein Wohnpark entstehen – mit Erhalt historischer Gebäude, Neubauten und einer Mischung aus Wohn- und Nahversorgungsangeboten.

Vom Industrie-Monument zum Wohnquartier

Der Schlachthof wurde 1893 auf dem Gelände eines ehemaligen Ritterguts eröffnet und erlebte in den 1930er Jahren seine größte Blütezeit: Zeitweise waren über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Einstellung der Produktion 1992 verfiel das Baudenkmal, immer wieder heimgesucht von Brandstiftung, Vandalismus und neugierigen „Lost-Place“-Besuchern. Frühere Pläne, die Brache mit einem Messezentrum, Einkaufszentrum oder Schulcampus zu beleben, scheiterten.

Wohnpark mit historischem Flair

Zehentner will nun ein gemischtes Wohngebiet schaffen. Die Verwaltungsvillen, das markante Haus mit Wasserturm und die Ruine der Kleinviehhalle sollen erhalten bleiben. Andere Bereiche könnten abgerissen und durch moderne Wohnbauten ersetzt werden. Auch ein Supermarkt sei vorgesehen. Der Investor betont allerdings: „Details machen erst Sinn, wenn die Verträge unterzeichnet sind.“

Die Stadtverwaltung hat bereits eine Bauvoranfrage für die Sanierung einzelner Bestandsgebäude mit Nutzungsänderung zum Wohnen bestätigt. „Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Stadtsprecher Drago Bock. Städtebaulich unterstützt die Stadt das Vorhaben: „Wir fördern alle Entwicklungen, die keinen reinen Einzelhandel vorsehen, sondern einen Nutzungsmix. Wichtig ist der Erhalt denkmalgeschützter Gebäude, weil sie unsere Stadtgeschichte prägen“, so René Rebenstorf, Beigeordneter für Stadtentwicklung.

Sicherheit und Prävention

Auch die Polizei begrüßt Investitionen: „Der Schlachthof war ein gefährlicher Ort. Brände und ungebetene Gäste haben die Situation verschärft“, sagt Reviersprecher Thomas Müller. Zehentner setzt konsequent auf Schutzmaßnahmen: „Wir zeigen jeden an, der sich unbefugt Zugang verschafft – Null Toleranz.“

Perspektive: Vom Schandfleck zum Stadtquartier

Mit dem neuen Konzept könnte das ehemalige Industrieareal nach Jahren der Verwahrlosung endlich wieder lebendig werden. Der Schlachthof soll nicht nur neue Wohnräume schaffen, sondern auch seine historische Identität wahren – und die Sicherheit im Viertel deutlich erhöhen.

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