Gernrode. Mehr als drei Jahrzehnte stand das ehemalige FDGB-Ferienheim „Fritz Heckert“ auf dem Kuhkopf bei Gernrode leer, nun soll das Denkmalgebäude neues Leben erhalten. Eine Investorengruppe, die das Areal bereits vor vier Jahren übernommen hat, will hier ein Hotelprojekt mit 100 Zimmern verwirklichen. Bis Ende 2027 soll die Anlage eröffnen – pünktlich zur Walpurgiszeit mit einem großen Fest.
Von der Ruine zum Ferienhotel
Das Heckert-Heim, 1954 eröffnet und im Stil der Klassischen Moderne errichtet, galt einst als beliebtes Reiseziel für Urlauber aus der DDR. Seit 1990 verfiel das markante Betonskelett mit dem halbrunden Eingangsbereich jedoch zusehends. Jetzt verspricht Projektleiter Sascha Hellwig: „Wir wollen in diesem Jahr sichtbare Zeichen setzen, um zu zeigen: Es geht endlich los.“
Projekt im mittleren Preissegment
Geplant ist ein Drei-Sterne-plus- bis Vier-Sterne-Hotel, das sich in das touristische Angebot des Harzes einfügen soll – kein Luxusresort, sondern ein modernes Ferienhotel für ein breites Publikum. In einem späteren zweiten Bauabschnitt könnte die Anlage um ein Schwimmbad erweitert werden.
Die Investorengruppe, bestehend aus Partnern, die bereits zuvor zusammengearbeitet haben, will nicht nur bauen, sondern das Hotel auch selbst betreiben. „Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt Hellwig.
Bauliche Herausforderungen
Vor dem eigentlichen Baustart stehen jedoch noch grundlegende Arbeiten an der Infrastruktur. Die Trinkwasserpumpstation muss modernisiert, ein neuer Abwasseranschluss errichtet werden. Zudem gilt es, Naturschutzauflagen einzuhalten, bevor die Baustelle eingerichtet werden kann.
Derzeit konzentrieren sich die Pläne ausschließlich auf das bestehende denkmalgeschützte Gebäude – weitere Neubauten müssen in späteren Verfahren genehmigt werden.
Förderung als Schlüssel
Für die Umsetzung hoffen die Investoren noch auf Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Hellwig ist optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, dass die Förderung kommt. Alles ist vorbereitet.“
Soft Opening ab 2027
Nach jahrelanger Planung ist nun ein ambitionierter Zeitplan gesteckt: Ende 2027 soll das Haus schrittweise eröffnen. Geplant ist zunächst ein „Soft Opening“ mit ersten Gästegruppen, bevor zur Walpurgiszeit die offizielle Eröffnung gefeiert wird.
Mit der Wiederbelebung des Fritz-Heckert-Heims erhält nicht nur ein Stück DDR-Geschichte eine neue Zukunft – auch der Harz könnte touristisch weiter gestärkt werden.
