Munitions-Räumung auf ehemaligem „Bombodrom“ zieht sich

Foto: Jörg Blobelt/CC BY-SA 4.0
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Die Räumung der Kyritz-Ruppiner Heide von alter Streumunition dauert deutlich länger als geplant. Wie der Leiter des Bundesforstbetriebs Westbrandenburg, Rainer Entrup, bestätigte, soll die Arbeit am ehemaligen Truppenübungsplatz nun erst im August 2030 abgeschlossen sein – fünf Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Seit 2017 läuft die aufwendige Aktion. Bisher wurden 76 Prozent der 1.100 Hektar großen Verdachtsfläche überprüft und rund 7.500 Stück Streumunition geborgen. Etwa 180 Fachkräfte arbeiten wöchentlich auf dem Gelände. Die Kosten für die Räumung werden sich nach derzeitigen Schätzungen auf rund 200 Millionen Euro belaufen.

Das Areal, besser bekannt als „Bombodrom“, war jahrzehntelang von der sowjetischen Armee als Luft-Boden-Schießplatz genutzt worden. Besonders problematisch ist die Streumunition russischer Bauart: Sie zerlegt sich in der Luft in zahlreiche kleine Sprengkörper, von denen viele nicht detonieren und als Blindgänger im Boden verbleiben. Diese Waffen sind international geächtet – in Deutschland kommen sie nur hier vor.

Die Räumung ist technisch schwierig. „Wir sind auf einer höchst belasteten Fläche und haben sehr viele Funde“, so Entrup. Mit einzelnen Sonden lasse sich das Gelände kaum noch effektiv absuchen, inzwischen müssten Bagger eingesetzt werden. Wegen Sicherheitsabständen sei es aber nicht möglich, an mehreren Stellen gleichzeitig zu arbeiten. „Das macht uns langsam. Wir können nicht zügig voranschreiten“, erklärte er.

Das „Bombodrom“ war auch politisch umstritten: Bürgerinitiativen verhinderten eine geplante Nutzung durch die Bundeswehr. Heute gilt ein Teil der Fläche als Naturparadies mit Rad- und Wanderwegen.

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