Brutalismus-Ikone wird revitalisiert und erhält neue Nutzung

Foto: Cherubino/CC BY-SA 3.0
Foto: Cherubino/CC BY-SA 3.0

Frankfurt (Main). Der markante Gebäudekomplex an der Stephensonstraße 1, einst Hauptverwaltung der Deutschen Bahn, wird unter dem Projektnamen „RAW“ saniert und umgebaut. Der Bau, 1993 nach Plänen von Stephan Böhm und mitgestaltet von Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm errichtet, gilt als ein bedeutendes Beispiel des späten Brutalismus mit postmodernen Einflüssen. Seit 2021 steht er unter Denkmalschutz – ein Abriss ist damit ausgeschlossen.

Quest Investment Partners entwickelt das Projekt zu einem Büro-Campus mit Gastronomie, Co-Working-Spaces und Konferenzbereichen. Ziel ist es, die architektonische Substanz zu bewahren und gleichzeitig moderne Arbeitswelten zu schaffen. Die Fertigstellung ist nach aktuellem Stand für Mitte 2026 vorgesehen.

Doch die Revitalisierung verläuft nicht ohne Hürden: Eigentums- und Finanzierungsfragen belasten das Projekt. Ursprünglich sollte das Grundstück 2025 in den Besitz der neuen Eigentümer übergehen. Ein Kaufpreis von bis zu 71 Millionen Euro war im Gespräch – inzwischen liegt die Bewertung jedoch nur noch bei rund 31,5 Millionen Euro. Zusätzlich kündigte ein Gesellschafter seinen 15-Prozent-Anteil am Fonds, was weitere Unsicherheit brachte.

Trotz dieser offenen Fragen haben Ende 2024 erste Bauarbeiten begonnen. Anwohner berichten von Aktivitäten rund um den Jahreswechsel, ein Bauschild vor Ort nennt den 15. Dezember 2025 als Zieltermin für den Abschluss der Arbeiten. Mit dem „RAW“ erhält Frankfurt ein Stück seiner jüngeren Architekturgeschichte zurück – modernisiert, aber im Kern bewahrt.

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