Magdeburg. Die historische Hubbrücke in Magdeburg bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt – und der Streit um das Bauwerk spitzt sich weiter zu. Eigentlich wollte Eigentümer Rolf Onnen die Brücke für das Kulturbrücke-Festival öffnen. Doch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) verbot die Freigabe: Erst müsse die Konstruktion erneut auf ihre Sicherheit geprüft werden.
Onnen reagierte wütend: Die Auflagen seien „Blödsinn“. Die Brücke sei sicher, schließlich seien früher schwere Züge darübergerollt. Schon Ende August hatte er die Brücke aus Protest eigenmächtig geschlossen, nachdem das WSA das traditionelle „White Dinner“ mit rund 500 Gästen untersagt hatte.
Hintergrund sind Sicherheitsmängel, die ein Gutachten von 2021 feststellte. Onnen verweist zwar darauf, viele Schäden bereits behoben zu haben, doch Vandalismus an den Holzbohlen sorgt weiter für Probleme. Rund 50 Bretter müssten bald erneuert werden.
Der Unternehmer, der die Hubbrücke 2010 mit weiteren Elbquerungen von der Deutschen Bahn übernommen hatte, sieht sich inzwischen überfordert. Prüfungen und Auflagen verschlängen Zehntausende Euro, ohne Unterstützung sei das kaum noch zu stemmen. „Ich habe die Schnauze voll. Im Moment bleibt die Brücke zu“, so Onnen. Sogar die Auflösung seines Vereins steht im Raum. Damit würde die Brücke automatisch an die Stadt oder das Land Sachsen-Anhalt fallen.
Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris weist Onnens Vorwürfe zurück. Für die Sicherheit sei allein der Eigentümer verantwortlich. Die Stadt habe ihm Fördermöglichkeiten aufgezeigt, aber nie selbst Veranstaltungen untersagt. Gleichwohl betonte Borris die Bedeutung der Hubbrücke als historisches Wahrzeichen und drängte auf eine schnelle Lösung.
Ob und wann die Brücke wieder geöffnet wird, ist völlig unklar. Onnen denkt über einen Rückzug nach, während die Stadt auf Förderanträge verweist. Für Radfahrer und Fußgänger bleibt die wichtige Elbquerung damit auf absehbare Zeit verschlossen.
