Chemnitz. In Chemnitz-Wittgensdorf haben die Abbrucharbeiten an der ehemaligen Spinnmühle begonnen. Das einsturzgefährdete Gebäude liegt direkt an der Chemnitz im Überschwemmungsgebiet und gilt als erhebliches Risiko: Bei Hochwasser könnten Trümmerteile und Schadstoffe in den Fluss gelangen. Der Abriss kostet rund 500.000 Euro und soll bis Ende März 2026 abgeschlossen sein – finanziert vom Freistaat Sachsen.
Erster Schritt für neue Flusslandschaft
Der Rückbau ist Teil einer größeren Gewässerentwicklungsmaßnahme, die der Chemnitz und ihrer Aue künftig wieder mehr Raum geben soll. Ziel ist es, dem Fluss eine eigendynamische Entwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig Hochwasserschutz und Naturschutz miteinander zu verbinden. Das Projekt wird bauökologisch begleitet und in enger Abstimmung mit Wasser-, Bau- und Umweltbehörden umgesetzt.
Verkehrseinschränkungen möglich
Während der Abrissarbeiten kann es zu kleineren Einschränkungen an der B 107 (Chemnitztalstraße) kommen, über die die Baustelle erreichbar ist.
Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie
Die Maßnahme setzt Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie um: Strukturelle Defizite sollen behoben, die ökologische Durchgängigkeit verbessert und Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen werden. Geplant sind unter anderem die Entfernung von Uferbefestigungen, der Einbau von Strömungslenkern und Totholz, die Anlage einer neuen Flussschlinge sowie die Schaffung von Sedimentzugabestellen.
Start am Fluss frühestens 2027
Die eigentlichen Bauarbeiten in der Chemnitz beginnen nach Abschluss der Genehmigungsverfahren frühestens 2027. Die Umsetzung ist in mehreren Abschnitten vorgesehen und wird etwa zwei Jahre dauern. Schon jetzt werden jährlich Sedimente in den Fluss eingebracht, um Defizite beim natürlichen Geschiebetransport auszugleichen – eine zentrale Voraussetzung für die ökologische Stabilität des Gewässers.
