Chemnitz. Mit einem neuen Besucherrekord ist am Sonntagabend in Chemnitz die 20. Ausgabe des Kunstfestivals Ibug zu Ende gegangen. Über 38.000 Gäste strömten an drei Wochenenden auf das Gelände des ehemaligen Krankenhauses in Altchemnitz – fast doppelt so viele wie erwartet. „Das ist viel mehr, als wir jemals gehofft hätten“, sagte Tim Sydlik vom veranstaltenden Verein Ibug e.V.
Trotz Verzögerungen beim Start wegen baulicher Mängel blieb die Resonanz positiv. Die Gäste lobten Organisation, Atmosphäre und Barrierefreiheit. Auch rund 700 Schülerinnen und Schüler sowie mehr als 100 Lehrkräfte nutzten Workshops und Bildungsangebote.
Für Diskussionen sorgten in diesem Jahr Antisemitismus-Vorwürfe gegen einzelne Werke, insbesondere ein israelkritisches Kunstwerk von Luke Carter. Die Veranstalter reagierten mit externen Gutachten und entschieden, die Arbeiten im Programm zu belassen – begleitet von Hinweisschildern und Gesprächsangeboten. Vereinsvorstand Antonia Gerber sprach von einer „intensiven, aber wichtigen Auseinandersetzung“ mit Publikum und Experten.
Seit Ende Juli hatten 70 Künstlerinnen und Künstler aus 25 Ländern die 16.000 Quadratmeter große Brache mit Murals, Installationen, Illustrationen und multimedialen Projekten in ein Gesamtkunstwerk verwandelt. Ergänzt wurde das Festival durch ein Kino, Performances und Konzerte.
Das ehemalige Krankenhaus, einst Zentrale der Auto-Union und später als „Krankenhaus Stadtpark“ jahrzehntelang medizinische Einrichtung, stand seit 1997 leer. Nun wurde es zum Schauplatz eines der größten Urban-Art-Festivals Deutschlands und erlebte eine kreative Wiederbelebung.
