Krefeld. Zerbrochene Fenster, Müll und Taubenkot – über 20 Jahre lang war das ehemalige Studentenwohnheim an der Alten Gladbacher Straße ein Symbol für Verfall. Jugendliche nutzten den Lost Place für Mutproben, Brände sorgten immer wieder für Schlagzeilen. Nun startet die Kehrtwende: Das berüchtigte „Horror-Hochhaus“ wird umfassend saniert.
Am Montag setzten NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU), Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) und Investor Christian Wilhelm Paschertz den symbolischen Spatenstich. Entstehen sollen 81 Wohnungen, davon 68 öffentlich gefördert. „Vom Lost Place zum Place to bau“, erklärte Scharrenbach und betonte den Kampf der Landesregierung gegen Problemimmobilien.
Der Rückbau hat bereits über fünf Monate gedauert – mehr als 100 Container mit Schutt und Müll wurden entsorgt. Nun folgt die Totalsanierung: 54 Wohnungen mit Größen zwischen 50 und 90 Quadratmetern werden geschaffen, ein zusätzlicher Neubau bringt 27 barrierefreie Einheiten. Geheizt wird künftig mit Fernwärme, was nicht nur Kosten spart, sondern auch rund 190 Tonnen CO₂ jährlich einspart.
Das Land NRW unterstützt das Projekt mit 15,3 Millionen Euro aus der Wohnraumförderung. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2027 vorgesehen. Damit soll aus einem Schandfleck im Krefelder Stadtbild bezahlbarer Wohnraum für Hunderte Menschen entstehen.
