Geht der S-Bahnhof Oberwiesenfeld wieder in Betrieb?

Foto: Robot8A/CC BY-SA 4.0
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München. Der alte S-Bahnhof Oberwiesenfeld am Münchner Olympiastadion ist seit 1988 stillgelegt – und längst zum bekanntesten Lost Place der Stadt geworden. Graffiti, Büsche und verfallene Gleise prägen das Bild des denkmalgeschützten Areals. Offiziell ist der Zutritt verboten, doch das Gelände fasziniert seit Jahren Urbex-Fans und Fotografen.

Seit 2011 gehört der Bahnhof der Landeshauptstadt. Bisher scheiterten alle Ideen für eine Umnutzung. Mit Blick auf die mögliche Olympiabewerbung für 2036 kam nun erneut die Frage auf: Könnte Oberwiesenfeld als S-Bahn-Station wiederbelebt werden?

Das Mobilitätsreferat hält das zwar für „prinzipiell nicht ausgeschlossen“, doch die Hürden sind enorm. Zwar liegen Teile der alten Gleise noch, doch an der Triebstraße wurden die Verbindungen gekappt. Die Brücken könnten keine Züge mehr tragen und müssten stabilisiert oder neu gebaut werden. Hinzu kämen neue Oberleitungen, Signale und Sicherungstechnik. Eine Kostenkalkulation gibt es nicht – klar ist nur: Die Investitionen wären gewaltig.

Außerdem hat sich die Verkehrssituation seit den 80ern komplett verändert: Mit der U1 und U3 ist der Olympiapark längst optimal angebunden. Eine Rückkehr der S-Bahn gilt daher als wenig wahrscheinlich.

Wesentlich realistischer ist eine alternative Nutzung. Das Baureferat plant eine Grünverbindung zwischen Sapporobogen und DB-Nordring. Vorgesehen ist ein barrierefreier Rad- und Fußweg entlang der alten Trasse. Noch ist das Projekt nicht im Haushalt berücksichtigt, wurde aber bei der Internationalen Bauausstellung (IBA) Metropolregion München eingereicht. Dort fällt noch in diesem Jahr die Entscheidung, ob die Entwicklung des Projekts unterstützt wird.

Damit steht der Geisterbahnhof vor einer Weggabelung: teures Bahnprojekt mit fraglichem Nutzen – oder ein neuer grüner Korridor für die Stadt.

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