Gütersloh plant Bahnhofsviert-Neugestaltung

Foto: Ringtonatus/CC BY-SA 4.0
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Gütersloh. Rund um den Gütersloher Hauptbahnhof zeichnet sich eine umfassende städtebauliche Veränderung ab. Das Bahnhofsviertel soll in den kommenden Jahren Schritt für Schritt modernisiert und attraktiver werden. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur der Bahnhof selbst, sondern ein ganzes Bündel miteinander verbundener Projekte. Dazu gehören das neue Bahnhofsquartier auf dem ehemaligen Postareal, die Erneuerung des Zentralen Omnibusbahnhofs, die Sanierung der Tiefgarage und die Neugestaltung des Willy-Brandt-Platzes. Auch das bislang leerstehende Potenzial des Bahnhofsgebäudes soll neu gedacht werden.

Bahnhof als neues Tor zur Stadt

Für viele Menschen ist der Hauptbahnhof der erste Berührungspunkt mit Gütersloh. Rund 8.000 Reisende nutzen den Bahnhof nach Angaben der Stadt täglich. Entsprechend groß ist die Bedeutung des Umfelds für das Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität der Stadt. Bürgermeister Matthias Trepper sieht deshalb eine besondere Chance darin, den gesamten Bereich rund um den Bahnhof neu zu ordnen und attraktiver zu gestalten.

Unterstützung kommt dabei vom Land Nordrhein-Westfalen und von der Deutschen Bahn. Beide haben der Stadt im Rahmen der Initiative „Schöner Ankommen in NRW“ eine mögliche gemeinsame Entwicklung des Bahnhofsgebäudes und seines Umfelds vorgeschlagen. Voraussetzung für eine Aufnahme des Bahnhofs in das Programm ist allerdings eine neue Nutzung der derzeit leerstehenden Flächen.

Musikschule könnte ins Bahnhofsgebäude ziehen

Eine mögliche Zukunft für das Empfangsgebäude könnte in einer Kombination aus Bildung und Begegnung liegen. Konkret wird ein Umzug der Musikschule für den Kreis Gütersloh ins Gespräch gebracht. Die Stadt könnte dafür Teile des Bahnhofsgebäudes anmieten und der Musikschule zur Verfügung stellen.

Noch handelt es sich allerdings um eine Perspektive und keine beschlossene Sanierung. Voraussetzung sind eine gesicherte Finanzierung und entsprechende politische Entscheidungen. Nach derzeitiger Planung könnte eine Sanierung des Bahnhofsgebäudes in den Jahren 2031 und 2032 erfolgen.

Neues Bahnhofsquartier auf dem ehemaligen Postareal

Parallel entsteht auf der bislang brachliegenden Fläche des ehemaligen Postareals ein neues Bahnhofsquartier. Ein privater Bauherr plant dort eine Mischung aus Bildung, Dienstleistungen, Wohnen und Gastronomie. Vorgesehen sind außerdem ein neuer zentraler Zugang vom Willy-Brandt-Platz sowie eine Fußwegeverbindung zur Friedrich-Ebert-Straße. Ergänzt werden soll das Quartier durch ein öffentliches Parkhaus.

Für das Vorhaben wird derzeit der Bebauungsplan Nr. 342 „Bahnhofsquartier“ aufgestellt. Damit soll ein bislang untergenutzter Bereich unmittelbar am Bahnhof zu einem neuen Stadtbaustein entwickelt werden.

Auch der ZOB soll komplett erneuert werden

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Zentralen Omnibusbahnhof. Vorgesehen sind neue Straßen- und Wegebeläge, modernisierte Bushaltestellen und zeitgemäße Wartebereiche. Die konkreten Planungen müssen allerdings noch ausgearbeitet und politisch beschlossen werden. Nach aktuellem Stand könnte die Umsetzung zwischen Ende 2028 und Anfang 2030 erfolgen. Der Busverkehr soll während der Arbeiten möglichst weiterlaufen.

Tiefgarage und Willy-Brandt-Platz werden aufgewertet

Auch die Tiefgarage Am Bahnhof beziehungsweise ZOB steht vor einer grundlegenden Sanierung. Größere Stellplätze und hellere Oberflächen sollen künftig für mehr Komfort sorgen. Eine neue Aufzugsanlage soll zudem die Barrierefreiheit zwischen Tiefgarage und dem Bereich rund um Ärztehaus und Apotheke verbessern. Die Fertigstellung könnte bis Ende 2028 erfolgen.

Der Willy-Brandt-Platz soll ebenfalls ein neues Gesicht bekommen. Geplant sind bessere Orientierungsmöglichkeiten, sicherere Wege für Fußgänger und Radfahrer sowie eine modernere Beleuchtung und zusätzliche Sitzmöglichkeiten. Für Fahrräder ist außerdem ein voraussichtlich zweigeschossiges Fahrradparkhaus vorgesehen. Die Ingenieurplanung könnte Anfang 2028 beginnen, eine Umsetzung wäre zwischen 2030 und 2032 denkbar.

Viele Projekte greifen ineinander

Die Stadt betrachtet die einzelnen Vorhaben nicht als isolierte Baumaßnahmen. Neues Bahnhofsquartier, ZOB, Tiefgarage, Willy-Brandt-Platz und die mögliche Sanierung des Empfangsgebäudes sollen räumlich und funktional aufeinander abgestimmt werden. Damit könnte rund um den Gütersloher Hauptbahnhof ein vollständig neu gestaltetes Verkehrszentrum entstehen, das nicht nur für Bahn- und Busreisende attraktiver wird. Auch Fuß- und Radverkehr sowie die Aufenthaltsqualität sollen profitieren.

Finanzierung entscheidet über das Tempo

Noch ist allerdings nicht jedes Projekt gesichert. Ob und in welchem Umfang die Pläne umgesetzt werden können, hängt von der weiteren Planung, verfügbaren Fördermitteln, politischen Beschlüssen und der finanziellen Situation der Stadt ab. Besonders die Sanierung des Bahnhofsgebäudes steht derzeit noch unter diesem Vorbehalt. Gütersloh will sein Bahnhofsviertel grundlegend verändern. Aus einem bislang teilweise unattraktiven und funktional zersplitterten Umfeld soll schrittweise ein moderner Stadteingang werden. Die kommenden Jahre dürften deshalb für die Entwicklung rund um den Gütersloher Hauptbahnhof von erheblicher Bedeutung sein.

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