Essen. In Essen wird die Stadt erneut zur Leinwand: Vom 11. bis 13. September 2026 findet in Kupferdreh die 14. Ausgabe des Hafendampf Graffiti-Festivals statt. Künstler aus Essen, dem Ruhrgebiet und weiteren Teilen Deutschlands gestalten dabei Flächen im Bereich Hinsbecker Löh mit großformatigen Graffiti. Das Festival ist inzwischen ein fester Bestandteil der Essener Urban-Art-Szene. Was einst am Essener Hafen in Vogelheim begann, hat sich zu einem Festival entwickelt, das mittlerweile an verschiedenen Stellen der Stadt sichtbare Spuren hinterlassen hat. In Karnap, Borbeck und Frillendorf entstanden bereits farbenfrohe Kunstflächen. Insgesamt prägt das Hafendampf inzwischen mehrere hundert Meter des Essener Stadtbildes.
Dabei verstehen die Organisatoren Graffiti nicht lediglich als Gestaltung von Wänden. Die urbane Kunst soll Begegnungen schaffen, unterschiedliche Generationen zusammenbringen und bislang wenig beachtete Freiflächen zu Orten kultureller Aktivität machen.
Nachwuchs kann selbst zur Spraydose greifen
Ein wichtiger Bestandteil des Festivals ist die Nachwuchsförderung. In einem Workshop unter Leitung des Künstlers Martin Domagala können Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren eigene Erfahrungen mit der Graffiti-Kunst sammeln. Die jungen Teilnehmer sollen ihre Arbeiten anschließend in das Gesamtbild des Festivals einbringen. Der Workshop findet an allen drei Festivaltagen jeweils von 11 bis 16 Uhr statt und wird durch die Landesinitiative Kulturrucksack NRW unterstützt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.
Aus Freiflächen werden Orte der Begegnung
Organisiert wird das Hafendampf von den Essener Künstlern David Hufschmidt alias „The TopNotch“ und Ingo Ahlborn alias „Demon“. Unterstützt wird das Festival von der Sprayerinitiative Essen und dem Kulturamt der Stadt. Im Mittelpunkt steht die Idee, legale Freiflächen für künstlerische Gestaltung zu nutzen. Die sogenannten „Hall of Fames“ bieten Künstlern Raum, neue Arbeiten zu entwickeln und gleichzeitig das urbane Erscheinungsbild Essens zu verändern.
Festival setzt auf Beteiligung
Das Hafendampf ist dabei längst mehr als eine reine Ausstellung. Auch die Nachbarschaft beteiligt sich regelmäßig am Geschehen und unterstützt die Veranstaltung beispielsweise mit Verpflegung, Material oder Lagerungsmöglichkeiten. Der freie Zugang soll das Festival zudem möglichst vielen Menschen offenhalten. Der Eintritt ist kostenlos und die Veranstaltung nach Angaben der Stadt barrierearm. Damit verbindet das Hafendampf Kunst im öffentlichen Raum mit einem niedrigschwelligen Kulturangebot für die Bevölkerung.
Essen zeigt seine urbane Seite
Mit dem Hafendampf setzt Essen ein deutliches Zeichen für die Bedeutung von Street Art und urbaner Kultur. Wo früher häufig graue Beton- und Gebäudeflächen dominierten, entstehen großformatige Kunstwerke, die das Stadtbild sichtbar verändern. Vom ehemaligen Hafengelände bis nach Kupferdreh: Das Hafendampf zeigt, wie aus freien Flächen lebendige Orte für Kunst, Begegnung und kreative Stadtgestaltung entstehen können.
