Einblicke in das neue Dreiland-Klinikum

Foto: Zieglhar/CC BY-SA 4.0
Foto: Zieglhar/CC BY-SA 4.0

Lörrach. Eine Großbaustelle wird zum Besuchermagneten: Am 21. Juni 2026 öffnete das neue Dreiland-Klinikum in Lörrach seine Tore für die Öffentlichkeit. Mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick in den entstehenden Gesundheitscampus zu werfen. Damit entwickelte sich der „Tag der offenen Baustelle“ zur bislang größten Veranstaltung dieser Art im Landkreis Lörrach. Wo normalerweise Bauarbeiter, Planer und Handwerker das Geschehen bestimmen, konnten Besucher den künftigen Klinikstandort aus nächster Nähe erleben. Gezeigt wurden unter anderem Bereiche des Rohbaus und mehrere der später insgesamt elf Operationssäle.

Ein Krankenhaus entsteht im Rohbau

Das neue Dreiland-Klinikum soll die stationäre Gesundheitsversorgung im Landkreis Lörrach künftig an einem zentralen Standort bündeln. Der Gesundheitscampus umfasst neben dem Zentralklinikum auch das Zentrum für seelische Gesundheit sowie weitere medizinische und ergänzende Einrichtungen. Das Konzept setzt auf kurze Wege und eine räumliche Bündelung verschiedener medizinischer Angebote. Der Blick in die noch unfertigen Räume machte dabei sichtbar, wie weit das Großprojekt bereits fortgeschritten ist. Besonders die künftigen OP-Bereiche stießen auf großes Interesse. Dort sollen später hohe Anforderungen an Hygiene, Luftfilterung und technische Ausstattung erfüllt werden.

Gesundheitscampus statt einzelner Klinik

Das Projekt geht über den Bau eines neuen Krankenhauses hinaus. Auf dem Gelände entsteht ein Gesundheitscampus, auf dem unterschiedliche medizinische Angebote miteinander verbunden werden. Bereits im Juni 2026 nahm das Zentrum für seelische Gesundheit seinen Betrieb auf. Es umfasst Angebote für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche und soll die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung in der Region erweitern.

Beim Tag der offenen Baustelle konnten sich Besucher auch über diese neuen Strukturen informieren. Mitarbeitende verschiedener Berufsgruppen standen für Fragen zur Verfügung und stellten die künftigen medizinischen Angebote vor. Für Kinder gab es zusätzliche Mitmachangebote.

Großprojekt mit regionaler Bedeutung

Hinter dem Bauvorhaben steht ein langfristig angelegtes Konzept zur Neuordnung der Gesundheitsversorgung im Landkreis. Nach Angaben der Kliniken des Landkreises Lörrach wurden die grundlegenden Strukturfragen bereits vor mehr als 20 Jahren aufgegriffen. Ziel ist es, medizinische Kompetenzen stärker zu bündeln und die Versorgung durch Spezialisierung und Vernetzung weiterzuentwickeln. Der neue Standort soll damit nicht lediglich ältere Klinikstrukturen ersetzen. Er steht für einen grundlegenden Umbau der Gesundheitsinfrastruktur in der Region.

Auch Architektur und Bauprozess im Fokus

Für Besucher war der Baustellentag zugleich eine seltene Gelegenheit, die Architektur des entstehenden Campus in einem Zustand zu erleben, der nach der Fertigstellung nicht mehr sichtbar sein wird. Rohbau, technische Installationen und noch unfertige Räume vermitteln einen Eindruck davon, wie komplex die Errichtung eines modernen Krankenhauses ist. Das Planungsteam hebt insbesondere die großzügigen Freiräume, klaren Wegebeziehungen und die Verbindung der unterschiedlichen Einrichtungen hervor. Der Campus soll dadurch nicht als isolierter Klinikkomplex, sondern als zusammenhängender Gesundheitsstandort funktionieren.

Eine Baustelle als öffentliches Ereignis

Der große Besucherandrang zeigt zugleich, wie stark sich Großbaustellen zu temporären öffentlichen Orten entwickeln können. Statt hinter Bauzäunen verborgen zu bleiben, wurde der Entstehungsprozess des Klinikums selbst zum Gegenstand einer Veranstaltung. Bereits beim Baustellentag 2025 war das Interesse erheblich: Die verfügbaren Tickets waren damals innerhalb kurzer Zeit vergeben und die Führungen ausgebucht. Für 2026 wurde das Angebot deshalb deutlich erweitert.

Lörrach blickt auf die Klinik der Zukunft

Mit dem Dreiland-Klinikum entsteht in Lörrach ein neuer zentraler Baustein der regionalen Gesundheitsversorgung. Der Tag der offenen Baustelle hat sichtbar gemacht, wie aus Plänen, Beton und technischen Anlagen Schritt für Schritt ein funktionierender Klinikstandort wird. Für die Stadt ist das Projekt damit nicht nur ein Bauvorhaben von erheblicher Dimension. Es verändert dauerhaft die Infrastruktur und das Stadtbild – und zeigt exemplarisch, wie sich moderne Gesundheitsversorgung heute baulich und organisatorisch neu aufstellen lässt.

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