Wasser marsch an der Zwickauer Mulde

Foto: Wismut
Foto: Wismut

Crossen. In Crossen bei Zwickau ist ein weiteres Kapitel der Sanierung ehemaliger Wismut-Standorte weitgehend abgeschlossen. Seit dem 25. August 2026 fließt der Schneppendorfer Bach wieder durch den rund 500 Meter langen, sanierten Altarm und anschließend in die Zwickauer Mulde. Damit endet ein seit 2024 laufendes Sanierungsprojekt an einem Gewässerabschnitt, der über Jahrzehnte durch die Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus belastet war. Für die Wismut GmbH ist die Wiederherstellung des Wasserlaufs ein wichtiger Meilenstein bei der Sanierung des ehemaligen Werksgeländes in Crossen.

Altarm war seit den 1950er-Jahren belastet

Der betroffene Abschnitt liegt in der Aue der Zwickauer Mulde. Seit den 1950er-Jahren wurde der Gewässerbereich als Vorfluter des damaligen Werksgeländes genutzt. Dabei gelangten Aufbereitungsrückstände in den Bereich des heutigen Altarms. Die Folgen dieser industriellen Vergangenheit verschwinden nicht einfach mit dem Ende des Bergbaus. Die Sanierung des Gewässers war deshalb Bestandteil einer größeren Aufgabe: Die noch verbliebene belastete Fläche sollte zwischen bereits sanierten Bereichen geschlossen werden.

Belasteter Boden wurde ausgetauscht

Für die Sanierung setzte die Wismut auf einen umfangreichen Bodenaustausch. Zusätzlich erhielt der Bereich eine erosionssichere Abdeckung. Damit wurde die Lücke zwischen der bereits sanierten Bergehalde Crossen, dem nördlichen Vorfeld und dem ehemaligen Werksgelände geschlossen. Ziel war es, die Hinterlassenschaften des früheren Uranerzbergbaus dauerhaft zu sichern und mögliche weitere Belastungen des Gewässers zu verhindern.

Bach musste während der Bauarbeiten umgeleitet werden

Die Arbeiten waren allerdings nicht möglich, solange das Wasser unkontrolliert durch das Baufeld floss. Deshalb wurde für die Bauzeit ein provisorischer Hochwasserschutz errichtet. Erddämme hielten Oberflächenwasser weitgehend aus dem Sanierungsbereich heraus. Gleichzeitig wurde der Schneppendorfer Bach über einen seitlichen Ableitungsgraben um das Baufeld herumgeführt und über das ehemalige Werksgelände zur Zwickauer Mulde geleitet. Erst nachdem die eigentlichen Sanierungsarbeiten abgeschlossen waren, konnte die provisorische Absperrung geöffnet werden.

Am 25. August kam das Wasser zurück

Der entscheidende Moment kam am 25. August. Ein Baggerführer öffnete das Absperrbauwerk, das den Schneppendorfer Bach während der Bauarbeiten zurückgehalten hatte. Seitdem nimmt das Wasser wieder seinen ursprünglichen Weg durch den sanierten Altarm. Die Wismut spricht damit vom Abschluss der eigentlichen Sanierungsarbeiten am Altstandort Altarm Zwickauer Mulde. Aus einer jahrzehntelang industriell belasteten Fläche soll damit wieder ein funktionierender Bestandteil der Flussaue werden.

Die Baustelle verschwindet erst 2027 endgültig

Ganz abgeschlossen ist das Projekt allerdings noch nicht. Zunächst müssen weitere Anlagen des vorübergehenden Hochwasserschutzes zurückgebaut werden. Anschließend wird die Baustelle beräumt. Bis Ende 2026 sollen die während der Bauzeit genutzten Flächen wiederhergestellt sein. Die abschließenden Pflanzarbeiten sind für Herbst 2027 vorgesehen. Erst dann wird auch die sichtbare Hinterlassenschaft der Großbaustelle weitgehend verschwunden sein.

Ein weiteres Stück Wismut-Vergangenheit verschwindet

Der sanierte Altarm steht beispielhaft für die gewaltige Hinterlassenschaft des Uranerzbergbaus in Sachsen und Thüringen. Die Wismut GmbH investiert seit Jahrzehnten in die Sanierung ehemaliger Bergbauflächen, Halden, Gruben und industrieller Anlagen. Was heute wie eine gewöhnliche Landschaftsbaustelle wirkt, hat deshalb eine besondere Vorgeschichte: Wo jetzt wieder Wasser durch ein saniertes Bachbett fließt, befand sich einst ein Bereich, der unmittelbar mit der industriellen Uranaufbereitung verbunden war. Die Rückkehr des Wassers markiert damit mehr als das Ende einer Baustelle. Sie steht für einen weiteren Schritt bei der schwierigen Aufgabe, die Hinterlassenschaften des Uranbergbaus dauerhaft zu sichern.

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