Wieder Feuer im ehemaligen Kurhaus Ernstmeier

Foto: rottenplaces Archivfoto
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Bünde. Erneut ist die Feuerwehr zum ehemaligen Kur- und Badehaus Ernstmeier an der Bäderstraße in Bünde ausgerückt. Am Dienstagmorgen, dem 8. September, wurden die Einsatzkräfte gegen 7 Uhr wegen einer unklaren Rauchentwicklung aus dem seit Jahren verlassenen Gebäudekomplex alarmiert. Das ehemalige Kurhaus, inzwischen eine stark verfallene Bauruine, gilt als markanter Lost Place in der Region. Aus dem verwinkelten Kellerbereich drang beim Eintreffen der Feuerwehr dichter Rauch.

Feuerwehr muss in einsturzgefährdetes Gebäude

Für die Einsatzkräfte war der Einsatz alles andere als Routine. Unter Atemschutz und mit besonderer Vorsicht gingen die Feuerwehrleute in das teilweise eingestürzte Gebäude vor. Bauschutt, Müll, offene Schächte und einsturzgefährdete Gebäudeteile machen das Gelände zu einem erheblichen Risiko. Einsatzleiter Mark Wippersteg weist darauf hin, dass es in der Ruine bereits häufiger zu Bränden gekommen ist. Die Einsatzkräfte mussten sich deshalb nicht nur vor Rauch und Flammen schützen. Jeder Schritt in dem maroden Gebäude kann zur Gefahr werden.

Unrat brennt im Keller

Im Keller des ehemaligen Kurhauses fanden die Feuerwehrleute schließlich brennenden Unrat. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden, bevor sich die Flammen auf weitere Bereiche der Ruine ausbreiteten. Ob der Brand möglicherweise absichtlich gelegt wurde, ist derzeit offen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Ursache übernommen. Hinweise auf einen technischen Defekt gibt es nach den bisherigen Erkenntnissen nicht.

Der Brand ist kein Einzelfall. Bereits im August vergangenen Jahres musste die Feuerwehr wegen eines Feuers im ehemaligen Kurhaus Ernstmeier ausrücken. Die wiederholten Einsätze rücken damit erneut die problematische Situation des leerstehenden Gebäudes in den Mittelpunkt. Je weiter die Bausubstanz verfällt, desto schwieriger und gefährlicher werden Löscharbeiten für die Einsatzkräfte. Gleichzeitig zieht ein verlassener und zunehmend verfallener Gebäudekomplex immer wieder Neugierige an. Für sogenannte Lost-Place-Erkunder kann das Betreten solcher Gebäude lebensgefährlich sein.

26 Einsatzkräfte vor Ort

Insgesamt waren 26 Feuerwehrleute im Einsatz. Beteiligt waren Kräfte der Hauptamtlichen Wache, der Löschgruppe Dünne sowie der beiden Löschzüge Bünde-Mitte und Spradow. Dass dabei besonders viele ehrenamtliche Feuerwehrleute eingesetzt wurden, hatte einen konkreten Grund: Ein Teil der hauptamtlichen Kräfte war zeitgleich bei einem schweren Verkehrsunfall in Rödinghausen gebunden. Trotz der parallelen Belastung konnte der Brand im Kurhaus zügig unter Kontrolle gebracht werden.

Lost Place bleibt gefährlicher Einsatzort

Der erneute Brand zeigt, wie problematisch die Situation rund um das ehemalige Kur- und Badehaus Ernstmeier inzwischen ist. Das Gebäude ist nicht nur ein verlassenes Relikt vergangener Zeiten, sondern zunehmend auch ein gefährlicher Einsatzort. Verfallene Mauern, offene Schächte, instabile Gebäudeteile und wiederkehrende Brände machen die Ruine zu einer besonderen Herausforderung für Feuerwehr und Polizei. Was als Lost Place für Außenstehende faszinierend wirken mag, bedeutet für die Einsatzkräfte vor Ort vor allem eines: ein unberechenbares Gebäude mit erheblichen Gefahren.

Die Brandursache ist nun Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen.

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