Duisburg sprengt weiteren „Weißen Riesen“

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Duisburg. Punkt 12 Uhr erschütterte am Sonntag eine gewaltige Detonation den Duisburger Stadtteil Hochheide – der dritte und letzte der berüchtigten „Weißen Riesen“ wurde kontrolliert gesprengt. Innerhalb von Sekunden stürzte das mehr als 60 Meter hohe Hochhaus mit einst 160 Wohnungen planmäßig in sich zusammen. Zwei aufeinanderfolgende Sprengungen sorgten dafür, dass das Gebäude zunächst kippte und dann vollständig kollabierte. Laut Stadt verlief der Abriss ohne Zwischenfälle.

Mit dem Fall des letzten Hochhauses endet ein bauliches Kapitel, das einst als Symbol für modernen Wohnraum begann, aber längst zum Sinnbild für städtebauliches Scheitern wurde. Die 1970er-Jahre-Bauten des Wohnparks Hochheide galten zunächst als attraktive Adresse für die Arbeiterschicht. Doch spätestens ab den 1980er Jahren geriet das Viertel in eine soziale Abwärtsspirale.

In jüngerer Vergangenheit machte Hochheide regelmäßig Negativschlagzeilen: von massivem Sozialbetrug bis hin zu Zustellverweigerungen durch Logistikunternehmen aus Sicherheitsgründen. Die Sprengung ist Teil einer grundlegenden Neugestaltung der Gegend, die städtebaulich wie sozial neue Impulse setzen soll.

Allein das NRW-Bauministerium steuerte 32,7 Millionen Euro zur Finanzierung des Abrisses bei. Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) betonte: „Der dritte ‚Weiße Riese‘ geht zu Boden – und macht Platz für Licht, Luft und neue Stadtgeschichte.“ Ziel sei eine nachhaltige Aufwertung des Stadtteils, der über Jahrzehnte als Brennpunkt galt.

Die letzten drei verbliebenen „Weißen Riesen“ sind noch bewohnt – ihr Schicksal ist offen. Doch für Hochheide beginnt mit dem Ende des dritten Kolosses eine neue städtebauliche Etappe.

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