Hamburg-Moorburg. In Hamburg-Moorburg ist am Abend des 24. Juli 2025 ein weiteres Kapitel der Energiewende geschrieben worden: Zwei massive Kohlekreislager des stillgelegten Kohlekraftwerks wurden kontrolliert gesprengt. Der Rückbau ist Teil der groß angelegten Transformation des Geländes – ab 2027 soll hier grüner Wasserstoff produziert werden.
Bereits im Frühjahr wurden die Kesselhäuser des Kraftwerks dem Erdboden gleichgemacht, nun folgte mit der Sprengung der Kohlelogistikzentren der nächste Meilenstein. Die Anlagen, einst Herzstück der Kohlezufuhr, standen durch massive Förderbandbrücken in Verbindung. Diese wurden bei der Sprengung gezielt zum Einsturz gebracht – unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und mit Rücksicht auf den Artenschutz: Ein Vergrämungsknall vor der Detonation sorgte dafür, dass sich Vögel vom Gelände entfernten.
Die koordinierte Aktion wurde unter anderem von der Deutschen Sprengunion und der Firma Hagedorn durchgeführt, in enger Abstimmung mit Polizei, THW und den Hamburger Energiewerken. Die Straße Moorburger Schanze war nur kurzzeitig gesperrt, die Bevölkerung blieb unbeeinträchtigt.
Der Rückbau ist Voraussetzung für den „Hamburg Green Hydrogen Hub“, ein Großprojekt zur Produktion von klimaneutralem Wasserstoff. Teile der alten Infrastruktur – etwa das Stromnetz – werden dafür weiter genutzt. Die Umnutzung des einst hochmodernen Kohlekraftwerks, das bereits 2021 aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen vom Netz ging, steht sinnbildlich für die Energiewende in der Hansestadt.
Mehr als 250 Millionen Euro an EU-Fördermitteln sollen in das neue Wasserstoffzentrum fließen. Die Stadt Hamburg will sich mit dem Projekt als europäischer Vorreiter in der Wasserstoffwirtschaft positionieren und die Hafenlogistik nachhaltig transformieren.
