Continental Harburg: Industriedenkmal als Tech City

Foto: GeorgDerReisende/CC BY-SA 4.0
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Harburg. Wo einst Tausende Arbeiter Gummistiefel fertigten, entsteht heute ein Zentrum für Zukunftstechnologien: Das ContiTech-Werk in Harburg – früher Phoenix-Werke – ist ein Paradebeispiel für die Transformation historischer Industriestandorte. Werksleiter Dirk Stuhrmann öffnet die Tore nicht nur für Innovation, sondern für eine neue industrielle Nachbarschaft.

Von der Produktion zum Technologie-Hub

Nur noch etwa 750 Beschäftigte arbeiten auf dem 120.000 Quadratmeter großen Gelände nahe dem Harburger Bahnhof. Die freiwerdenden Flächen will Stuhrmann jungen Technologieunternehmen zur Verfügung stellen – mit kompletter industrieller Infrastruktur. Strom, Wasser, Wärme, Druckluft, sogar CO₂: alles inklusive. Gespräche laufen etwa mit dem Start-up Colipi, das aus CO₂ und Bioabfällen nachhaltiges Öl produziert.

Klimafreundliche Produktion mit Potenzial zur Kreislaufwirtschaft

Colipi könnte im besten Fall das CO₂ direkt aus dem werkseigenen Dampferzeuger nutzen. Erste Messungen dazu wurden bereits durchgeführt. Für ContiTech wäre das ein echter Schritt in Richtung CO₂-neutraler Produktion – und für Harburg ein weiterer Baustein auf dem Weg zur „Tech City Hamburg“.

Start-ups statt Lagerhallen

Zahlreiche alte Gebäude dienen derzeit noch als Lager. Sie sollen künftig als Labore, Werkstätten oder Büros genutzt werden. Ein Technologiepark rund um das bestehende Innohub ist geplant. Hier entwickelt ContiTech bereits Komponenten für die Wasserstoffwirtschaft.

Historie trifft Innovation

Der Standort blickt auf 170 Jahre Geschichte zurück. Aus der einstigen Massenproduktion von Regenmänteln ist ein Hightech-Zentrum für Spezialkautschuk und Luftfederelemente für den globalen Schienenverkehr geworden. Und auch kulturell setzt der Ort Akzente: Die Sammlung Falckenberg zeigt zeitgenössische Kunst in einem umgebauten Werkgebäude.

Kontrollierter Wandel statt Verfall

Während andere ehemalige Fabriken im Stadtteil – etwa die Gummiwaaren-Compagnie am Binnenhafen – verfallen, will ContiTech in Harburg bleiben und wachsen. Die Unternehmensstrategie: den Produktionskern kompakt halten, freie Gebäude entwickeln – und so neuen Ideen Raum geben.

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