Mainz. Seit einem Vierteljahrhundert unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Restaurierung eines der bedeutendsten römischen Bauwerke nördlich der Alpen: des Römischen Theaters in Mainz. Am Freitag, dem 25. Juli 2025, übergibt DSD-Ortskurator Robert Sommer um 11.30 Uhr symbolisch den mittlerweile elften Fördervertrag über 20.000 Euro an Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse.
Die Mittel fließen in die dringend notwendige Konservierung der Substruktionspfeiler – ein weiterer Schritt zur langfristigen Sicherung des historischen Mauerwerks. Die Förderung ist Teil eines Gesamtengagements, das sich über Jahre hinweg durch Spenden, Treuhandstiftungen und Erträge der GlücksSpirale summiert und mehr als 350 Denkmäler allein in Rheinland-Pfalz umfasst.
Blick in die Antike
Das am Hang zur Mainzer Zitadelle gelegene Römische Theater zählt mit einem Fassungsvermögen von über 10.000 Zuschauern zu den größten antiken Theateranlagen nördlich der Alpen. Seine gewaltigen Ausmaße – 116 Meter Durchmesser, 42 Meter Bühnenbreite – verdeutlichen den einstigen Anspruch der römischen Stadt Mogontiacum als kulturelles und militärisches Zentrum am Rhein.
Erst spät wiederentdeckt, geriet das Theater durch Bahnbauten im 19. und frühen 20. Jahrhundert in den Fokus. Systematische Ausgrabungen begannen jedoch erst 1997. Ein Expertengespräch 2018 zur Frage der Steinkonservierung führte zu einer Mustermaßnahme an den Pfeilerstümpfen – die nun mit DSD-Hilfe weitergeführt wird.
Antike Bausubstanz in Gefahr
Besonders gefährdet ist das Bauwerk durch die jahrtausendealten Ziegelschichten im römischen Beton, die der Stabilisierung dienen, aber durch Wind und Wetter stark angegriffen werden. Die Konservierungsmaßnahmen dienen dem Ziel, das einzigartige Kulturdenkmal auch kommenden Generationen zugänglich zu machen.
Römisches Kulturerbe sichern
Errichtet wurde das Theater nach 310 n. Chr. unter Kaiser Konstantin – zu einer Zeit, als der Rhein wieder die Grenze des Römischen Reiches bildete. Heute ist es ein herausragendes Zeugnis römischer Ingenieurskunst in Deutschland – und ein Ort lebendiger Erinnerung an die Geschichte von Mainz.
