Schauburg in Jüterbog verkauft

Jüterbog. Nach Jahrzehnten des Leerstands bekommt die Schauburg in Jüterbog eine neue Zukunft. Das denkmalgeschützte ehemalige Kino wurde an Architektin und Denkmalschützerin Katja Kampmann sowie an Jochen Wermann vom Musik- und Theaterverein Oberkrämer verkauft. Für viele Bürger ist der Eigentümerwechsel weit mehr als ein Immobiliengeschäft – er gilt als Hoffnungsschimmer für ein lange verfallenes Stück Stadtgeschichte.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte im November 2025 mehrheitlich entschieden, das Gebäude für mindestens 15.000 Euro an den gemeinnützigen Verein zu veräußern. Voraussetzung war ein tragfähiges Nutzungskonzept. Ziel ist die Einrichtung eines Jugendbildungszentrums mit Filmwerkstatt, Theaterprojekten und kulturellen Angeboten.

Vom Lost Place zum Jugendzentrum?

Seit mehr als 25 Jahren lief in der Schauburg kein Film mehr. Nach einem Dacheinsturz im Foyer verfiel das Gebäude zunehmend, zuletzt war es faktisch eine Ruine. Dennoch blieb es für viele Jüterboger ein emotionaler Ort – ein Kino, in dem Generationen Erinnerungen schufen.

Nun soll genau dort wieder öffentliches Leben einziehen. Der Verein, der seit über elf Jahren mit Kindern und Jugendlichen im Bereich Film und Theater arbeitet, plant Aufführungen, Konzerte und Filmprojekte. Auch Schulen könnten künftig die Bühne mit Orchestergraben nutzen. Perspektivisch ist sogar ein offener Innenstadtgarten mit Veranstaltungsfläche angedacht.

Hohe Kosten, langer Atem

Die Sanierung wird jedoch zur Kraftprobe. Allein für den Bauantrag rechnen die neuen Eigentümer mit Kosten zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Insgesamt könnten rund 500.000 Euro erforderlich sein. Ein Teil der Arbeiten soll in Eigenleistung erfolgen, Fördermittel sind eingeplant. Entscheidend sei vor allem Zeit – das Projekt werde schrittweise umgesetzt.

Politische Unterstützung kommt unter anderem vom Jüterboger Landtagsabgeordneten und Stadtverordnetenvorsitzenden Erik Stohn (SPD), der von einem „bedeutenden Moment“ für die Stadt spricht.

Fokus auf junge Menschen

Im Zentrum des Konzepts steht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ab etwa acht Jahren. Sie sollen lernen, sich kreativ auszudrücken und ihre Anliegen selbstbewusst zu vertreten – vor der Kamera und auf der Bühne. Geplant ist zudem eine filmische Dokumentation der Sanierung, um den Wandel des Gebäudes selbst zum Projekt zu machen.

Die Schauburg steht nun zunächst vor einer Phase intensiver Bauarbeiten. Doch erstmals seit Jahrzehnten zeichnet sich eine konkrete Perspektive ab: Aus der Ruine könnte wieder ein kultureller Treffpunkt werden – offen für die Stadt und ihre kommenden Generationen.

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