Eschweiler. In Eschweilers Norden verschwindet ein weiteres Stück industrieller Vergangenheit. Auf dem Areal zwischen Jülicher Straße, A4, Preyerstraße und Dreiers Gärten soll die sogenannte Nordcity entstehen. Das mehr als 13 Hektar große Gebiet umfasst unter anderem die ehemaligen Standorte von Fuchs beziehungsweise Wenzel & Weidmann sowie der Lackfabrik Merckens beziehungsweise Valspar. Große Teile der früheren Betriebsflächen liegen bereits seit Jahren brach.
Die industrielle Nutzung ist längst Geschichte. Bei Fuchs wurden bis Ende 2000 Öl- und Schmierstoffe hergestellt, das Merckens-Gelände wurde 2019 aufgegeben. Seitdem hat sich der Charakter des Areals zunehmend verändert. Der Investor hat nach eigenen Angaben zunächst das frühere Fuchs-Gelände erworben und anschließend weitere Flächen zusammengeführt. Damit entstand die Grundlage für eine großflächige städtebauliche Entwicklung.
Für einen rund zehn Hektar großen Teilbereich wurde inzwischen ein städtebaulicher Wettbewerb abgeschlossen. Vorgesehen ist ein neues Quartier mit Wohn- und Gewerbenutzungen. Die Planungen sollen die bislang brachliegenden Industrieflächen in ein zusammenhängendes Stadtgebiet überführen. Die Stadt Eschweiler hat dafür auch die Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg gebracht.
Mit dem Verschwinden der letzten industriellen Relikte endet damit ein weiteres Kapitel der Eschweiler Wirtschaftsgeschichte. Namen wie Fuchs, Wenzel & Weidmann und Merckens standen über Jahrzehnte für Produktion und Arbeitsplätze in der Stadt. Was davon baulich übrig bleibt, wird durch die geplante Nordcity weitgehend verschwinden. An ihre Stelle treten Wohnungen, Gewerbe und neue Freiräume – ein typischer Wandel ehemaliger Industriestandorte, bei dem die Fläche eine neue Zukunft erhält, während ihre Geschichte zunehmend nur noch auf Plänen, Fotografien und in Erinnerungen weiterlebt.
