Neue Chance für ehemaliges Akkumulatorenwerk

Sehmatal. Mitten im Sehmataler Ortsteil Sehma liegt eine Industriebrache, die seit Jahren jede Entwicklung verhindert: das ehemalige Akkumulatorenwerk an der Karlsbader Straße. Wo einst Auto- und Motorradbatterien produziert wurden, dominieren heute marode Gebäude – und belasteter Boden.

Eine Untersuchung im Auftrag des Landratsamt Erzgebirgskreis hatte bereits vor sieben Jahren erhebliche Schadstoffbelastungen im Erdreich und im Grundwasser festgestellt. Typische Altlasten aus der Batterieproduktion, darunter Schwermetalle, gelten als wahrscheinlich. Seitdem ist jedoch nichts passiert.

Eigentumsfrage blockiert Abriss

Die Gemeinde Sehmatal möchte das Gelände seit Jahren revitalisieren. Eine konkrete Idee liegt längst vor: Auf der Fläche soll eine Schulsportanlage entstehen. Doch die größte Hürde ist weiterhin ungelöst – die Eigentumsverhältnisse sind unklar, das Grundstück gehört nicht der Kommune.

Bürgermeister Sebastian Nestler spricht offen von einem Stillstand. Trotz intensiver Bemühungen sei bislang kein Durchbruch erzielt worden.

Kosten explodieren – Förderung zwingend nötig

Hinzu kommt die finanzielle Dimension. Bereits vor rund zehn Jahren wurden die Abrisskosten auf knapp 600.000 Euro geschätzt. Inzwischen rechnet die Verwaltung mit einem siebenstelligen Betrag. Ohne Fördermittel sei das Projekt für die kleine Gemeinde nicht zu stemmen.

Deshalb prüft Sehmatal nun den Einstieg in die Städtebauförderung von Bund und Ländern. Über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren könnten Investitionen innerhalb eines definierten Fördergebietes mit bis zu 66 Prozent bezuschusst werden. Ein Drittel müsste die Kommune selbst tragen. Angesichts des in zwei Jahren auslaufenden Leader-Programms sieht die Verwaltung hier eine strategische Notwendigkeit.

Entwicklungskonzept als Voraussetzung

Voraussetzung für die Aufnahme in das Förderprogramm ist jedoch ein umfassendes Gemeindeentwicklungskonzept. Dieses soll gemeinsam mit der Stadtentwicklung GmbH aus Dresden erarbeitet werden. Der geplante Auftrag im Umfang von 66.400 Euro wurde im Gemeinderat jedoch noch nicht beschlossen. Stattdessen will das Gremium offene Fragen klären und das Unternehmen erneut anhören.

Damit bleibt die Industriebrache vorerst, was sie seit Jahrzehnten ist: ein belastetes Relikt aus DDR-Industriezeiten, das nicht nur Umweltprobleme birgt, sondern auch die kommunale Entwicklung ausbremst.

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