Nach Kirchenabriss entsteht neues Wohnquartier

Werne. Rund ein Jahr nach dem Abriss der St.-Johannes-Kirche in Werne werden die Pläne für das frei gewordene Grundstück konkreter. Auf dem ehemaligen Kirchenstandort soll ein neues Wohnquartier mit rund 70 Wohneinheiten entstehen. Vorgesehen sind Mehrfamilienhäuser sowie zwei Senioren-Wohngemeinschaften. Das städtebauliche Konzept soll am 15. September erstmals im zuständigen Ausschuss der Stadt vorgestellt werden. Nach den bisherigen Planungen soll etwa die Hälfte der Wohnungen öffentlich gefördert werden. Damit soll Wohnraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen geschaffen werden.

Während die Kirche selbst verschwunden ist, soll der freistehende Glockenturm erhalten bleiben. Er soll künftig als prägendes Element in die Gestaltung des neuen Quartiers integriert werden. Der Erhalt hat allerdings einen ungewöhnlichen Hintergrund: Ein langfristiger Vertrag für Funkantennen verhindert den Abriss des Turms. Damit bleibt zumindest ein sichtbares Stück der früheren St.-Johannes-Kirche bestehen – allerdings in völlig neuer Funktion und Umgebung.

Die zwischen 1959 und 1962 errichtete Kirche war bereits vor ihrer Profanierung stark geschädigt. Brüchiges Mauerwerk und Feuchtigkeitsschäden machten eine Sanierung nach den damaligen Einschätzungen nicht mehr wirtschaftlich beziehungsweise sinnvoll. Im September 2025 wurde schließlich die Kirchhalle abgerissen. Nun soll aus dem einstigen Kirchenstandort ein Wohnquartier werden. Neben Wohnungen sind auch Angebote für Senioren, Jugendliche und weitere Bevölkerungsgruppen vorgesehen.

Noch ist das Projekt nicht endgültig beschlossen. Der Ausschuss soll zunächst die weitere planerische Qualifizierung des Vorhabens auf den Weg bringen. Für die Umsetzung sind zudem Abweichungen von den bisherigen Festsetzungen des Bebauungsplans erforderlich. Der Wandel auf dem Gelände zeigt exemplarisch, wie sich ehemalige Kirchenstandorte verändern: Wo einst Gottesdienste stattfanden, sollen künftig Menschen wohnen. Vom früheren Ensemble bleibt in Werne vorerst nur der Kirchturm – als architektonisches Relikt zwischen neuer Wohnbebauung.

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