Aus Industrieruinen soll neue Zukunft entstehen

Hitzacker. In Hitzacker im Landkreis Lüchow-Dannenberg zeichnet sich für zwei ehemalige Industriestandorte eine neue Perspektive ab. Auf den früheren Betriebsflächen von WZT und Inventhor, deren Sanierung letztlich scheiterte und deren Produktion eingestellt wurde, sollen neue Nutzungen entstehen. Fast alle Beschäftigten verloren im Zuge des wirtschaftlichen Zusammenbruchs ihre Arbeitsplätze. Damit könnte sich auf den einst industriell geprägten Arealen ein bemerkenswerter Wandel vollziehen: Aus aufgegebenen Produktionsstandorten sollen wieder genutzte Gewerbeflächen werden.

Besonders interessant ist die geplante neue Nutzung eines der Standorte. Dort soll künftig innovative Energietechnik beziehungsweise ein Unternehmen aus dem Bereich Windkraft Platz finden. Damit würde ausgerechnet eine Branche einziehen, die für die Energiewende steht – und damit einen deutlichen Kontrast zur bisherigen industriellen Nutzung bilden. Die Entwicklung zeigt zugleich, wie sich kleinere Industriestandorte neu erfinden müssen. Statt die ehemaligen Werke dauerhaft dem Verfall zu überlassen, sollen die Flächen wieder wirtschaftlich genutzt werden.

Die Ausgangslage war alles andere als positiv. Die Wendland-Zerspanungs-Technik GmbH (WZT) und ihre Tochtergesellschaft Inventhor gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten und meldeten Insolvenz an. Ursprünglich sollte ein Sanierungsverfahren den Fortbestand der Unternehmen sichern. Der Versuch scheiterte jedoch. Die Produktion endete, die Arbeitsplätze gingen weitgehend verloren – und zurück blieben Betriebsstätten, die plötzlich vor einer ungewissen Zukunft standen.

Nun zeichnet sich eine Kehrtwende ab. Statt die ehemaligen Produktionsstätten als reine Leerstandsflächen zu betrachten, sollen sie einer neuen wirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. Für Hitzacker ist das mehr als eine Immobilienfrage: Nach dem Verlust industrieller Arbeitsplätze geht es auch darum, Gewerbeflächen und wirtschaftliche Perspektiven in der Stadt zu erhalten. Der Fall zeigt exemplarisch, dass das Ende eines Industriebetriebs nicht zwangsläufig das Ende eines Standortes bedeuten muss. Entscheidend ist, ob sich für vorhandene Gebäude und Flächen neue Nutzer finden lassen.

Noch ist der Wandel nicht abgeschlossen. Doch die Perspektive ist bemerkenswert: Dort, wo nach dem Produktionsende zunächst Stillstand und Leerstand drohten, könnte künftig wieder gearbeitet werden. Aus Industrie-Ruinen wird damit möglicherweise tatsächlich Zukunft – nicht durch eine Rückkehr der alten Produktion, sondern durch eine völlig neue Nutzung.

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