Schwalmstadt. Ein alter Atombunker in Schwalmstadt, einst wichtige Kommunikationszentrale der Bundeswehr, erlebt eine überraschende Renaissance. Der 1962 errichtete Bau, inzwischen von Vandalismus gezeichnet, wurde samt angrenzender Kaserne im März auf dem Portal Kleinanzeigen angeboten – und stieß auf großes Interesse.
Makler Nattaphon Lutz Manit reagierte prompt: Statt eines Verkaufs bietet er nun einzelne Räume zur Miete an – für 300 Euro im Monat. Die Räume sollen bis Jahresende nutzbar sein. Besonders Prepper, aber auch Unternehmen und Privatpersonen interessieren sich für die geschützten Räume – sei es als Rückzugsort oder als sichere Lagerstätte.
Öffentliche Bunker sind in Hessen Mangelware: Von den 15 noch existierenden Anlagen ist keiner einsatzbereit. Bundesweit sind nur noch 579 Schutzräume übrig, ehemals waren es rund 2.000. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz sind viele Bunker wegen moderner Bedrohungsszenarien nicht mehr sinnvoll nutzbar – sie gelten als veraltet und schwer erreichbar.
Trotzdem wächst die Nachfrage. Die Angst vor Krisen, verstärkt durch den Ukraine-Krieg, treibt Menschen zur Vorsorge. Für den Ernstfall halten Experten kleinere, vorbereitete Schutzräume im Privaten für sinnvoll – auch wenn ein Atomkrieg kaum zu überleben wäre.
