Hude. Seit einem Vierteljahrhundert liegt die frühere „Alte Verzinkerei“ in Hude-Langenberg brach. Das rund 40.000 Quadratmeter große Areal wirkt verlassen, die Gebäude verfallen sichtbar. Politik und Verwaltung beschäftigten sich immer wieder mit neuen Nutzungsideen – doch Investoren bissen sich bislang die Zähne aus. Nun könnte sich das Blatt wenden.
Investor Rainer Gloy aus Beverstedt plant auf dem Gelände ein neues Wohnquartier. Unter dem Namen „Wohnhöfe Langenberg“ sollen bis zu 200 Wohnungen entstehen, ergänzt durch Senioren- und betreutes Wohnen sowie kleinere, wohnverträgliche Gewerbeeinheiten. Drei Wohnhöfe mit Spielplatz sind vorgesehen, abgeschirmt von den direkt angrenzenden Bahngleisen durch einen sieben Meter hohen, begrünten Lärmschutzwall.
Das größte Hindernis liegt im Boden. Auf dem Areal befinden sich massive Altlasten aus der früheren Verzinkerei und einer alten Mülldeponie. Gutachten weisen Schwermetalle, organische Schadstoffe und belastetes Grundwasser nach. Für das Projekt muss das Gelände vollständig saniert werden. Laut Investor und Gemeinde sollen alle Schadstoffe entfernt, das Grundwasser geschützt und die Fläche anschließend neu verfüllt werden.
Bevor gebaut werden kann, sind jedoch noch zahlreiche politische und planerische Entscheidungen nötig. Flächennutzungs- und Bebauungspläne müssen geändert, Verkehrsfragen geklärt werden. Ein Satzungsbeschluss könnte frühestens im Sommer 2026 fallen. Die Sanierung wäre dann ab 2027 möglich – nach Jahrzehnten des Stillstands ein erster, vorsichtiger Schritt in Richtung Neuanfang.
