Rehna. Auf dem Gelände des früheren Lederwarenwerks an der Bülower Straße in Rehna könnte bald neuer Wohnraum entstehen. Wo einst Industrie stand und inzwischen alles abgerissen ist, sollen altersgerechte Wohnungen gebaut werden – möglich gemacht durch den sogenannten Bau-Turbo, der seit Ende Oktober 2025 gilt und Genehmigungen im Wohnungsbau beschleunigen soll.
Dank der neuen Regelung stimmte die Stadtvertretung einem privaten Bauvorhaben zu, das nach bisherigem Planungsrecht kaum genehmigungsfähig gewesen wäre. Das geplante Gebäude überschreitet mit einer Firsthöhe von zehn Metern die bislang ortsübliche Höhe deutlich. Normalerweise hätte dies als nicht verträglich gegolten, doch der Bau-Turbo erlaubt Ausnahmen, wenn dadurch dringend benötigter Wohnraum entsteht und keine unzumutbaren Auswirkungen zu erwarten sind.
Nach einem positiven Votum im zuständigen Ausschuss gaben die Stadtvertreter nun einstimmig grünes Licht. Das Projekt gilt als Beispiel dafür, wie Kommunen durch den Bau-Turbo schneller reagieren können, wenn Wohnraum gebraucht wird. Gleichzeitig wächst damit die Verantwortung vor Ort, denn ohne Zustimmung der Gemeinde greift die Sonderregelung nicht.
Auch auf Landesebene wird der neue Spielraum betont. Der Bau-Turbo schaffe keine rechtsfreien Räume, sondern gezielte Erleichterungen ausschließlich für Wohnbebauung. Umwelt-, Natur- und Denkmalschutz bleiben weiterhin verbindlich. Ziel ist es, kleinere Projekte wie Lückenbebauungen, Aufstockungen oder Umnutzungen nicht mehr jahrelang durch komplexe Planungsverfahren zu blockieren.
In Rehna sehen viele darin eine Chance, dem Mangel an altersgerechtem Wohnraum etwas entgegenzusetzen – und zugleich ein Signal, dass schnelleres Bauen auch in kleineren Gemeinden möglich sein kann.
