Sanierungsarbeiten an Hofanlage in Neu Krüssow

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Stamm
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Stamm

Neu Krüssow. Das historische Torhaus einer ehemaligen Hofanlage in Neu Krüssow bei Pritzwalk erhält finanzielle Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Mit einer Förderung in Höhe von 20.000 Euro sollen erste wichtige Restaurierungsmaßnahmen an dem stark geschädigten Baudenkmal umgesetzt werden. Die Mittel stammen aus privaten Spenden sowie aus den Erträgen der Lotterie GlücksSpirale.

Die Förderung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Das Gebäude befindet sich in einem kritischen baulichen Zustand und ist akut einsturzgefährdet. Ziel der Maßnahmen ist es, die historische Substanz zu sichern und den weiteren Verfall des kulturhistorisch bedeutenden Bauwerks zu stoppen.

Einsturzgefahr durch schwere Schäden an Tragwerk und Fundamenten

Das Torhaus weist erhebliche Schäden an seiner tragenden Konstruktion auf. Besonders betroffen ist der Bereich der Tordurchfahrt, wo mehrere Rähme und Sturzriegel gebrochen sind. Auch die Fachwerkschwellen der Außenwände wurden durch jahrelange Feuchtigkeit und Fäulnis stark beschädigt. Die Folgen sind gravierend: Das Gebäude ist deutlich abgesackt und hat sich sichtbar verformt. Zusätzlich sind die historischen Feldsteinfundamente nur noch teilweise erhalten, wodurch die Stabilität des Bauwerks weiter beeinträchtigt wird.

Trotz des kritischen Zustands besteht Hoffnung auf eine erfolgreiche Restaurierung. Große Teile der Fachwerkkonstruktion sind noch erhalten, ebenso die ursprünglichen Lehmausfachungen mit ihren traditionellen Holzstaken.

Seltenes Fachwerkdenkmal der Prignitz

Das Torhaus zählt zu den bau- und kulturhistorisch bedeutenden Bauwerken der Prignitz. Aufgrund seiner selten gewordenen Bauform und seines hohen Originalbestands nimmt es innerhalb der regionalen Denkmallandschaft eine besondere Stellung ein. Errichtet wurde das Gebäude als Fachwerkbau mit Lehmausfachungen auf Feldsteinfundamenten. Heute ist das Dach mit Ziegeln gedeckt. Historischen Erkenntnissen zufolge war das Gebäude ursprünglich – ebenso wie die inzwischen verschwundene Scheune und das ehemalige Stallgebäude – mit Reet eingedeckt.

Historischer Eingang zum ehemaligen Gut Ramin

Das Torhaus bildete einst den repräsentativen Zugang zum ehemaligen Gut Ramin und war damit weit mehr als ein funktionales Wirtschaftsgebäude. Solche Torhäuser prägten über Jahrhunderte das Erscheinungsbild größerer Gutshöfe und dienten zugleich als architektonische Visitenkarte der Anwesen. Bis heute vermittelt das Gebäude einen anschaulichen Eindruck von der historischen Baukultur der Region und trägt wesentlich zum charakteristischen Ortsbild von Neu Krüssow bei.

Förderung sichert wertvolles Zeugnis regionaler Baugeschichte

Mit der Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird ein wichtiger Schritt unternommen, um eines der seltenen erhaltenen Torhäuser der Prignitz vor dem Verlust zu bewahren. Die geplanten Restaurierungsarbeiten sollen die historische Bausubstanz stabilisieren und langfristig erhalten.

Die Förderung trägt damit nicht nur zum Schutz eines bedeutenden Fachwerkdenkmals bei, sondern bewahrt zugleich ein wichtiges Stück regionaler Kultur- und Architekturgeschichte für kommende Generationen.

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