Berlin. Berlin will die Vergabe landeseigener Grundstücke einfacher und schneller machen – und öffnet damit insbesondere kleineren Akteuren den Zugang zum Immobilienmarkt. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hat ein neues, vereinfachtes Verfahren gestartet, das zunächst für kleinere Flächen unter 3.000 Quadratmetern gilt.
Fokus auf Ideen statt auf teure Planungen
Bislang mussten sich Investoren in einem aufwendigen Konzeptverfahren um Grundstücke im Erbbaurecht bewerben. Entscheidend war dabei nicht der Höchstpreis, sondern die Qualität der eingereichten Nutzungsideen – etwa für bezahlbares Wohnen, soziale Infrastruktur oder nachhaltige Stadtentwicklung. Doch der Aufwand für detaillierte Planungsunterlagen stellte gerade kleinere Projektentwickler vor große Hürden.
Das ändert sich nun: In der ersten Phase müssen Bewerber ihre architektonischen und städtebaulichen Konzepte nur noch grob im Maßstab 1:500 einreichen. Erst nach Auswahl der besten Nutzungsidee wird das architektonische Konzept in enger Abstimmung mit dem Land Berlin konkretisiert und der Erbbaurechtsvertrag ausgehandelt.
„Mit diesem vereinfachten Verfahren läuten wir eine innovative Entwicklung der Vergabe von landeseigenen Grundstücken ein“, sagt BIM-Geschäftsführerin Birgit Möhring. „So ermöglichen wir mehr Teilhabe und schaffen Raum für kreative und nachhaltige Ideen.“
Kürzere Dauer, weniger Kosten
Die Vorteile sind vielfältig: Weniger Detailtiefe bedeutet weniger Kosten und geringeren Planungsaufwand für Bewerber. Zudem können die eingereichten Konzepte schneller geprüft werden, was die Verfahrensdauer erheblich verkürzt. Besonders kleinere Akteure sollen davon profitieren, weil sie mit weniger Risiko an den Start gehen können.
Erste Anwendung in Treptow-Köpenick
Erstmals zum Einsatz kommt das neue Verfahren bei einem Grundstück in Treptow-Köpenick. An der Erich-Lodemann-Straße, direkt am S-Bahnhof Plänterwald, sucht das Land Berlin für ein 3.532 Quadratmeter großes Areal ein überzeugendes Nutzungskonzept. Vorgabe ist eine Wohnnutzung mit nachhaltigem Schwerpunkt, ergänzt durch eine Kindertagesstätte.
Mit dem neuen Verfahren will Berlin nicht nur mehr Vielfalt unter den Bewerbern erreichen, sondern auch den Weg zu lebendigen und sozial ausgewogenen Stadtquartieren ebnen.
