Wann startet der AKW-Brunsbüttel-Rückbau?

Foto: Steffen Papenbroock/CC BY-SA 3.0
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Brunsbüttel. Mit einem weiteren formalen Schritt nimmt der Rückbau des Atomkraftwerks Brunsbüttel entscheidend Fahrt auf. Sechs Jahre nach Beginn der Stilllegung haben die Betreiber nun die lang erwartete zweite Rückbaugenehmigung erhalten. Sie erlaubt erstmals den vollständigen Abbau des Reaktors – inklusive der Zerlegung des Reaktordruckbehälters. Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) sprach bei der Übergabe der Genehmigung von einem „guten Tag für die Energiewende“.

Der Rückbau des AKW läuft seit 2019, doch ohne die zweite Genehmigung waren zentrale Arbeiten bislang nicht möglich. Ab Anfang 2026 soll nun das Herzstück des Reaktors angegangen werden: der 18 Meter hohe Reaktordruckbehälter, in dem früher die Brennstäbe lagen. Kraftwerksleiter Markus Willicks kündigte an, den massiven Stahlzylinder schrittweise von oben nach unten in Scheiben zu zerlegen. Diese werden anschließend weiter zerkleinert, in Castorbehälter verpackt und in das neu errichtete Zwischenlager auf dem Gelände transportiert.

Allein diese Arbeiten werden rund ein Jahr dauern. Danach folgt der Rückbau des dicken Betonrings, der den Reaktor einst vor Strahlung abschirmte. Der gesamte Prozess gilt als technisch hochkomplex. Der Strahlenschutz habe dabei jederzeit oberste Priorität, betont der Betreiber. Schon zuvor wurden die besonders strahlungsnahen Einbauten unter Wasser mithilfe ferngesteuerter Roboter demontiert, um die Belastung für das Personal so gering wie möglich zu halten.

Umweltminister Goldschmidt würdigte bei seinem Besuch im Reaktorgebäude die Sorgfalt des Vorgehens. Er sprach offen über seine frühere Skepsis gegenüber der Atomkraft und lobte nun die Präzision, mit der die Anlagen zurückgebaut werden. Der vollständige Abbau des Kernkraftwerks soll sich noch bis 2035 hinziehen. Danach ist geplant, auf dem Gelände einen großen Batteriespeicher zu errichten.

Gleichzeitig wandelt sich Brunsbüttel bereits heute zu einem neuen Energiezentrum. In unmittelbarer Nähe des stillgelegten AKW entsteht ein Konverter von Siemens, über den Strom aus Offshore-Windparks Richtung Süddeutschland geleitet werden soll. Die Leistung soll mit der früherer Atomkraftwerke vergleichbar sein – jedoch ohne radioaktiven Abfall.

Damit steht Brunsbüttel exemplarisch für den energiepolitischen Kurswechsel: weg von der Atomkraft, hin zu erneuerbaren Energien und moderner Infrastruktur. Der Rückbau des AKW markiert dabei nicht nur das Ende einer Ära, sondern auch den Startpunkt für eine neue Rolle des Standorts in der deutschen Energielandschaft.

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