Berlin. Nach jahrelanger Planung, Sanierung und Modernisierung ist eines der größten Bauprojekte Berlins abgeschlossen: Die Arbeiten am Haus der Statistik an der Otto-Braun-Straße/Ecke Karl-Marx-Allee sind offiziell beendet. Die fertiggestellten Gebäudeteile wurden nun an die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH übergeben. Damit ist der erste große Meilenstein der Quartiersentwicklung erreicht – und zugleich der Startschuss für das nächste Großvorhaben gefallen: den Umzug von rund 760 Arbeitsplätzen der BIM in das markante Ensemble am Alexanderplatz.
Der Rückblick auf die Bauzeit zeigt die Dimension des Projekts. Nach jahrelangen Vorarbeiten, intensiven Abstimmungen und einer aufwendigen Schadstoffsanierung begann im Mai 2022 der eigentliche Umbau durch die Arbeitsgemeinschaft aus Ed. Züblin AG und HOCHTIEF Infrastructure GmbH. Zuvor hatte die BIM das Gebäude vollständig entkernen lassen. Während der Hochphase der Bauarbeiten prägten bis zu drei Turmdrehkräne und zeitweise 337 Beschäftigte das Bild an der zentralen Verkehrsachse. Bereits im April 2025 zog mit dem Finanzamt Mitte/Tiergarten der erste Nutzer in die sanierten Gebäudeteile B und C ein.
Technisch wurde das Haus der Statistik vollständig neu aufgestellt. Die gesamte Haustechnik wurde erneuert, dafür verlegten die Bauunternehmen 504 Kilometer Kabel – eine Strecke, die rechnerisch von Berlin bis München reicht. In den vergangenen Jahren wurden mehr als 29.000 Quadratmeter Bodenbeläge eingebaut, rund 85.000 Quadratmeter Wandflächen gestrichen und knapp 2.000 Türen montiert. Auch von außen ist der Wandel deutlich sichtbar: 4.600 neue Fenster, 1.500 Fassadenelemente und 931 Treppenstufen prägen nun das Erscheinungsbild des modernisierten Gebäudekomplexes.
Besonderes Gewicht legte das Land Berlin auf Nachhaltigkeit. Durch gezielte Bestandssanierung und moderne Technik entstand eine klimafreundliche Immobilie mitten in der Stadt. Die Wärme- und Kälteversorgung nutzt unter anderem die Energie aus Abwasser und spart allein im Bestandsgebäude jährlich rund 446 Tonnen CO₂ ein. Ergänzt wird das Konzept durch ein innovatives Regenwassermanagement im Sinne der Berliner Schwammstadt-Strategie. Die Dächer wurden begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, zudem entstehen nutzbare Dachterrassen.
BIM-Geschäftsführer Dr. Matthias Hardinghaus spricht von einem Vorzeigeprojekt: Aus einem historischen Bau der DDR-Nachkriegsmoderne sei ein zukunftsfähiger Ort entstanden, der Nachhaltigkeit, flexible Nutzung und städtebauliche Bedeutung miteinander verbinde. Das Haus der Statistik werde damit zu einem neuen Ankerpunkt im Berliner Stadtzentrum.
Mit der Fertigstellung beginnt nun die nächste Phase. Die BIM bereitet den Umzug eines Großteils ihrer Belegschaft vor. Derzeit arbeiten Mitarbeitende noch in angemieteten Flächen in der Alexanderstraße sowie in der landeseigenen Immobilie in der Keibelstraße, die auch künftig als Bürostandort erhalten bleibt. Ab Mitte 2026 soll der Hauptsitz im Gebäudeteil D des Hauses der Statistik bezogen werden. Bei einer Desk-Sharing-Quote von 1,3 stehen dort 644 Arbeitsplätze zur Verfügung – überwiegend in offenen Bürostrukturen, ergänzt durch Einzel- und Zweierbüros.
Auch logistisch ist der Umzug eine Herausforderung: Mehr als 2.200 Möbelstücke ziehen mit ein, während rund 1.700 Möbel weitergegeben oder gespendet werden. Darunter sind auch Stücke mit Geschichte, wie eine alte Holzbank aus einem früheren Gerichtsgebäude. Für die BIM ist der Einzug mehr als ein Standortwechsel: Künftig will das Unternehmen die Entwicklung des gesamten Quartiers aus nächster Nähe begleiten und aktiv mitgestalten. Mit dem Abschluss des Mammutprojekts am Haus der Statistik ist dafür nun der Grundstein gelegt.
