Stuttgart. Der Stuttgarter Fernsehturm, ein weltweit einzigartiges Wahrzeichen und erstes Bauwerk seiner Art aus Stahlbeton mit Aussichtsplattform, steht vor einer umfassenden Sanierung. Pünktlich zum 70. Jubiläum im kommenden Jahr sollen sichtbare Risse im 135 Meter hohen Schaft des 216 Meter hohen Turms beseitigt werden. Die Arbeiten sind notwendig, um langfristig die Standsicherheit des Denkmals zu gewährleisten.
Ab Juli 2025 beginnt die Sanierung, die sich insbesondere auf die denkmalgerechte Ausbesserung der Risse und eine neue Beschichtung des Stahlbetons konzentriert. Insgesamt sind rund 1,5 Millionen Euro für die aufwendigen Bauarbeiten eingeplant. Unterstützung kommt von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, die sich mit einer Fördersumme von 500.000 Euro beteiligt – ein Betrag, der auch als Leuchtturmprojekt im Jubiläumsjahr der Stiftung gilt, die 2025 ihr 40-jähriges Bestehen feiert.
Bei einem offiziellen Termin auf der Eventebene des Fernsehturms übergab Nicole Razavi, Vorsitzende des Kuratoriums der Denkmalstiftung und Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, den Fördervertrag an SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner. Razavi betonte die historische und technische Bedeutung des Bauwerks, das als Symbol für Innovationskraft und Baukunst Baden-Württembergs steht. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass der Fernsehturm eines Tages in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wird – aktuell befindet er sich bereits auf der deutschen Vorschlagsliste.
Jan Büttner würdigte den Fernsehturm als weit mehr als ein technisches Relikt: „Er ist ein bedeutendes architektonisches und kulturelles Erbe. Die Förderung ist ein klares Zeichen der Wertschätzung.“ Der SWR, Eigentümer des Turms, strahlt über diesen heute nur noch Hörfunkprogramme aus, fühlt sich aber weiterhin dem Erhalt des Bauwerks verpflichtet.
Auch Roland Bürkle, Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung, hob den Symbolcharakter des Turms hervor: „Er steht für die Pionierleistung baden-württembergischer Ingenieurskunst.“ Hans-Albert Stechl, Vorsitzender des Verwaltungsrats des SWR, dankte für die Förderung angesichts steigender Baukosten und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Sie sei ein bedeutender Vertrauensbeweis in das Engagement des SWR.
Die Schäden am Turm sind durch Witterung, Höhenlage und dauerhafte Schwingungen entstanden. Das renommierte Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner analysierte im Vorfeld die Bausubstanz, unterstützt von der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart. In Abstimmung mit dem Denkmalamt wurden passende Beschichtungssysteme und der Umgang mit sichtbaren Rissspuren festgelegt.
Die Arbeiten, die bis November 2025 an der Außenseite des Turmschafts abgeschlossen sein sollen, erfolgen in großer Höhe mithilfe von Hängegerüsten, Arbeitsbühnen und Industriekletterern. Trotz der Bauarbeiten bleibt der Fernsehturm weiterhin für Besucher geöffnet.
