Herdecke. Nach Jahrzehnten der Dunkelheit strahlt das Koepchenwerk in Herdecke erneut: Die historische Leuchtschrift „KOEPCHENWERK“ an der Maschinenhalle des denkmalgeschützten Pumpspeicherkraftwerks ist feierlich reaktiviert worden. Mit der Inbetriebnahme der rekonstruierten Beleuchtung wird ein bedeutendes Stück deutscher Industriegeschichte wieder sichtbar – und zu einer weithin erkennbaren Lichtmarke an der Ruhr.
Das Projekt „Mehr Licht für das Koepchenwerk“ steht für die gelungene Verbindung von Denkmalschutz, moderner Lichttechnik und öffentlicher Wahrnehmung. Rund 150.000 Euro steuerte die NRW-Stiftung zur Umsetzung bei. „Unser Ziel war es, das historische Erscheinungsbild auch bei Nacht authentisch erlebbar zu machen“, betonte Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.
Die Umsetzung war technisch anspruchsvoll: Über 60 Firmen wurden angefragt, bis die Dortmunder Lichtreklame-Spezialisten Friedrich & Lick den Zuschlag erhielten. Jeder der beleuchteten Buchstaben ist eine maßgefertigte Einzelanfertigung mit LED-Technik im Retro-Look. Ein eigens entwickeltes Verfahren sorgt für den typischen Neon-Effekt.
Auch für die ehrenamtlich engagierte Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk e.V. ist die Rückkehr der Leuchtschrift ein Meilenstein. „Das Koepchenwerk lebt – das Licht ist ein starkes Symbol für unsere Arbeit“, sagt Vorsitzender Peter Michael Gerigk.
Die Beleuchtung startet täglich bei Einbruch der Dämmerung und endet aus Naturschutzgründen um 23 Uhr – mit Ausnahme besonderer Veranstaltungen. Das Koepchenwerk, einst von 1930 bis 1994 in Betrieb, bleibt damit nicht nur technik- und kulturhistorisch relevant, sondern ist nun auch wieder ein nächtliches Wahrzeichen der Region.
