Berlin. Das Wohnungsbauprojekt auf dem Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg hat einen entscheidenden Fortschritt erzielt. Mit dem Abwägungsbeschluss zum Bebauungsplan 2-48 hat die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg den Weg für die nächsten Bauabschnitte freigemacht. Damit gilt das Quartier als planreif – ein wichtiger Schritt, der es ermöglicht, bereits vor der endgültigen Rechtskraft des Bebauungsplans erste Bauvorhaben zu genehmigen. Für eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Berlins bedeutet dies den Start in die konkrete Umsetzungsphase. Bereits auf dem südlichen Baufeld sollen zunächst rund 240 neue Wohnungen entstehen.
Planreife ebnet den Weg für den Wohnungsbau
Mit der politischen Abwägung aller öffentlichen und privaten Belange – darunter Themen wie Bebauungsdichte, Verkehr, Naturschutz und Nutzungsmischung – ist das langjährige Bebauungsplanverfahren weitgehend abgeschlossen. Die sogenannte Planreife schafft nun die baurechtliche Grundlage, damit erste Bauanträge eingereicht und genehmigt werden können. Die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) will diesen Schritt zeitnah nutzen und die Planungen für die ersten fünf Wohngebäude auf dem südlichen Baufeld vorantreiben.
Fast 470 neue Wohnungen im Herzen Kreuzbergs
Auf dem rund 4,7 Hektar großen Dragonerareal entsteht im Rahmen des Modellprojekts Rathausblock ein neues Stadtquartier mit einem klaren Fokus auf Gemeinwohl, Nachhaltigkeit und soziale Vielfalt. Geplant sind insgesamt rund 470 bezahlbare Mietwohnungen, die überwiegend von landeseigenen Wohnungsunternehmen sowie Genossenschaften errichtet werden. Das Quartier soll bewusst die für Kreuzberg typische Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur und öffentlichem Leben widerserspiegeln.
Neben Wohnraum entstehen Gewerbeflächen, soziale Einrichtungen, Kulturangebote, Grünanlagen und eine Jugendfreizeiteinrichtung. Gleichzeitig wird das Quartier weitgehend autofrei gestaltet und setzt auf nachhaltige Mobilitätskonzepte.
Baustart für erste Gebäude Ende 2027 vorgesehen
Die WBM plant, auf Grundlage der erreichten Planreife zeitnah die Bauanträge einzureichen. Der Baubeginn für die ersten beiden Wohnhäuser, die vom Architekturbüro &Mica entworfen wurden, ist für Ende 2027 vorgesehen. Die weiteren drei Gebäude, geplant vom Architekturbüro Kaden+, sollen einige Monate später folgen. Durch den zeitversetzten Ablauf sollen sich die einzelnen Bauabschnitte gegenseitig nicht behindern.
Weitere Wohnungen durch Genossenschaften geplant
Nicht nur das südliche Baufeld wird entwickelt. Auch für das westliche Baufeld laufen bereits die Vorbereitungen für ein sogenanntes Konzeptverfahren. Dort sollen rund 90 weitere Wohnungen entstehen, die von gemeinwohlorientierten Trägern wie Wohnungsgenossenschaften oder Stiftungen realisiert werden. Ziel ist es, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum mit gemeinschaftlichen Wohnformen zu schaffen.
Jahrelanger Planungsprozess erreicht entscheidende Phase
Dem jetzigen Meilenstein ging ein mehrjähriger Planungsprozess voraus. Das städtebauliche Konzept wurde bereits 2019 und 2020 in einem kooperativen Werkstattverfahren gemeinsam mit Verwaltung, Fachleuten und zivilgesellschaftlichen Initiativen entwickelt. Anschließend wurde das Konzept in den Bebauungsplan überführt. Zahlreiche Fachgutachten sowie Stellungnahmen von Behörden und Bürgerinnen und Bürgern flossen in die Planung ein. Auch die Ergebnisse der öffentlichen Auslegung im Frühjahr 2026 wurden berücksichtigt.
Nachhaltiges Stadtquartier mit Vorbildcharakter
Das Dragonerareal zählt zu den wichtigsten Stadtentwicklungsprojekten Berlins. Neben dringend benötigtem Wohnraum stehen ökologische Bauweise, Klimaschutz, erneuerbare Energien und gemeinwohlorientierte Nutzungen im Mittelpunkt. Bestehende denkmalgeschützte Gebäude sollen erhalten und saniert werden. Ergänzt wird das Quartier durch neue Grünflächen, öffentliche Plätze und eine soziale Infrastruktur, die das Zusammenleben im Kiez stärken soll.
Mit der erreichten Planreife kann nun die bauliche Umsetzung eines Projekts beginnen, das als Modell für nachhaltige und sozial orientierte Stadtentwicklung gilt und die Entwicklung des Berliner Stadtteils Kreuzberg in den kommenden Jahren maßgeblich prägen dürfte.
